Donnerstag, 31. März 2011

[Stöckchen] Leseroutine

Wuff, wuff! Ein Stöckchen der guten Sandra von readandbeyourself kam in meine Richtung geflogen. Und da mich die Frauen in meinem Leben diese Woche ohnehin nur mit Hündchen verglichen haben, hab ich in guter Manier selbiges Stöckchen apportiert.

Hier das Ergebnis der Umfrage:


1. Wann liest du?

Wann immer es geht. Da ich aber ein böser, böser Lustleser bin, gibt es keine bestimmten Zeiten. Fast pathologisch zu nennen ist vor dem Schlafen. Da kann sich das geplante 11 Uhr abends auch schonmal in 1 Uhr morgens wandeln.
Ein ebensolcher Spleen sind Bus, Bahn, Straßenbahn ... generell jedes Fortbewegungsmittel, an dessen Steuerung ich primär unbeteiligt bin! :D

2. Wo liest du?

Siehe Frage 1. Am liebsten im Bett oder zurückgelehnt und gemütlich eingelummelt auf einer Liege oder einem Sessel. Erst diese Woche begann ich meine "Liegensaison" - was für bedeutet: Sonnenliege, Sonnenschirm, ein kleines Getränk, die Wiese auf dem Hügel hinter unserem Haus und ein gutes Buch. Und meist auch mein kleiner, dicker Kater, der mir Gesellschaft leisten will (a.k.a. gestreichelt werden möchte).

3. Wie viele Bücher liest du auf einmal?

Das schwankt wie der Aktienkurs. Zu Schulzeiten hatte ich meist drei Bücher parallel laufen - Bett, Schulweg und Schule. Heute beschränke ich mich auf eines oder zwei.

4. Machst du zwischendurch Pausen beim Lesen?

Außer den üblichen Pausen - Schlafen, Essen, arbeiten etc. - eher nicht. Manchmal lasse ich das Buch vielleicht ein, zwei Tage mal liegen, wenn ich etwas anderes erledigen muss. Selten kommt es vor, dass es länger liegen bleibt; dann ist das Material aber auch sterbenslangweilig.

5. Überfliegst du Bücher (Querlesen)?

Ich kann das eigentlich gar nicht - überfliegen. Wenn ich einen Roman lese, dann lese ich alles. Der einfach Grundsatz lautet: Ich hab für den ganzen Roman bezahlt, also lese ich auch den ganzen Roman. Lese ich Bücher wiederholt, dann blättere ich gelegentlich vielleicht mal weiter oder fasse Seiten zusammen.
Aber generell gilt: Lesen ist für mich Lust und Leidenschaft, von der ich keine Zeile keiner Seite auslassen will!

6. Wie lange/schnell dauert es bis du ein Buch durch hast?

Alles im Zeitraum zwischen zwei Tagen und sechs Monaten. ^^ - Im Regelfall brauche ich zwischen zwei Wochen und einem knappen Monat. Das hängt natürlich auch extrem von der Buchdicke ab und der Lesezeit, die mir zur Verfügung steht. Es ist schwer zu sagen.

7. Hast du schonmal ein Buch abgebrochen oder sogar weggeworfen? (Schmuddelecken-Schamfrage)

Nur einmal. Es war ein italienischer Thriller, den ich auf dem Wühltisch fand. Da ich allerdings kein Freund des Gore-Genres und abgetrennter Körperteile bin - etwas, das im Klappentext beflissentlich unerwähnt blieb! - konnte ich nicht über Seite 20, 30 hinauslesen. Ich war angewidert, angeekelt und meine Gedärme verzogen sich mit jeder Seite. Das Buch fügt mir schon fast körperliche Beschwerden zu. Es endete als einziges überhaupt sogar im Papierkorb. Ich schäme mich des Aktes zwar heute noch, aber dieses Machwerk wollte und konnte ich nicht in meinem Bücherregal belassen. Und der Bücherei bei uns im Dorf wollte ich dieses Ding auch nicht antun. Inzwischen habe ich auch erfolgreich Titel und Autor verdrängen können. Vielleicht ein Zeichen?


Und während ich jetzt noch weiter auf meinem Gummiknochen herumbeiße wandert das Stöckchen schön weiter, an:

*Christian Montillion
*die lesende minderheit
*Lesen ist sexy

Und falls einer von Euch das Stöckchen findet, darf natürlich auch damit gespielt werden. Wuff!

Sonntag, 27. März 2011

[Test] What kind of Book are you?

Da einige meiner Mitblogger diesen Test bereits tätigten, wollte ich natürlich nicht hinten an stehen. Auf blogthings.com wurde ein Test angeboten, der meinen Titel zusammenfasst. Wenn ich ein Buch wäre, was wäre ich. Nun, für mich wenig überraschend, wäre ich:



You Are Fantasy / Sci Fi





You have an amazing imagination, and in your mind, all things are possible.

You are open minded, and you find the future exciting. You crave novelty and progress.



Compared to most people, you are quirky and even a bit eccentric. You have some wacky ideas.

And while you may be a bit off the wall, there's no denying how insightful and creative you are.


PS: Da viele Blogger das gleiche Ergebnis wie ich hatten, kursierten natürlich Gerüchte. Es gibt auch andere Ausgänge, wie "Action Adventure" oder "Romance". Ich habe längere Forschungsreihen durchgeführt, die aus zufälligem Anklicken diverser Antworten bestanden!

Freitag, 25. März 2011

[Rezension] "Die Jagd auf den Meteor"

(D 2006; Verlag Piper; Autor: Jules Verne; Übersetzer: Gaby Wurster; 279 S.; 8,95 €)

Klappentext


Ein Meisterwerk des großen Jules Verne voller Abenteuer und Humor

Ein Meteor nähert sich der Erde, der aus reinem Gold besteht. Staaten und skrupellose Mächtige beginnen einen fanatischen Wettstreit um das ungeheure Vermögen. Doch sie haben ihre Rechnung ohne das Gesetz des Zufalls gemacht. Und auch für zwei junge Liebende bedeutet der Meteor ihr Schicksal … Jules Vernes faszinierender Roman endlich in der bislang unveröffentlichten Originalfassung - neu übersetzt und komplettiert durch eine Einleitung von Andreas Eschbach.

"Jules Verne war ein Meister der technischen Phantasie. Ohne ihn sähe unsere Welt vielleicht ganz anders aus." Andreas Eschbach

Rezension

Ich gebe zu: Ich habe den Roman seinerzeit aus der Mängelexemplar-Kiste gekramt, weil das Vorwort von Andreas Eschbach stammte. Aber generell muss das erst einmal nichts Schlechtes bedeuten. Und das tut es auch nicht!
Eschbachs Vorwort erklärt Einiges; u.a. warum der Roman erst 2005 (bzw. in seiner Taschenbuchausgabe 2006) in vollem Umfang erschien: "Die Jagd nach dem Meteor" war eines von Jules Vernes letzten Werken und hat es niemals bis zur Druckreife gebracht. Der Roman wurde schlicht und einfach nicht fertig. Aber da Jules Verne bereits zu Lebzeiten ein großer Name war und dieser Name Verkaufszahlen bedeutete, bat der Verleger dessen Sohn und Nachlassverwalter - Michelle Verne, ebenfalls Schriftsteller - darum, einige "Änderungen" im Werk seines Vater vorzunehmen. So wie Eschbach diese Änderungen schilderte, erscheinen sie mir wie Verstümmelungen.
Verne war immer dafür bekannt, seinen Romanen einen technisch verständlichen Nährboden zu geben. "In 80 Tagen um die Welt" oder "20.000 Meilen unter dem Meer" sind allesamt fantastische, aber in sich glaubhafte Romane gewesen. Doch in der angepassten Romanversion wird die Figur des Zephyrin Xirdal eingeführt. Dieses angebliche Genie baut eine unverständliche Maschine, die den Meteor fernsteuern kann, zudem werden noch Bankiers und dubiose Geschäftsleute eingeführt. Allesamt Charaktere, die meiner Meinung nach den Roman ruiniert haben dürften. Nach der Lektüre des Originalstoffes erschaudere ich gedanklich davor, was Michelle Verne aus dem Werk seines Vaters gemacht haben musste! Hier sei mein Dank an Piero Gondolo della Riva gerichtet, den Verna-Sammler, der in den 1970ern auf das Originalmanuskript aufmerksam wurde, welches in diesem Roman schließlich verarbeit wurde.
Ich kann nicht dafür sprechen, wie der Ton in Jules Vernes sonstigen Romanen lag, da "Die Jagd auf den Meteor" mein erster Verne-Roman ist. Er soll wohl dunkler und sarkastisch-zynischer sein als man es von Vernes bisherigen Romanen gewöhnt war - einer der Gründe, die zu den Änderungen führte. Verne ist hier wesentlich sozial- und technikkritischer als früher. Aber ich denke, genau das tut dem Roman gut!

Nachdem ich mich an den doch etwas antiquierten Schreibstil gewöhnt habe und die teils langen und verschachtelten Sätze und durchaus gestellte Sprechweise interpretieren konnte, war der Roman sehr unterhaltsam. Denn trotz allem sollte man nicht vergessen, dass der Originalstoff weit über 100 Jahre alt ist. In der Literatur und Sprache keine unerhebliche Spanne.
Dennoch ist der Roman nach kurzer EIngewöhnung gut lesbar. Ich hatte große Freude an den Sticheleien und der Konkurrenz zwischen Dean Forsyth und Dr. Sydney Hudelson - den Hobby-Astronomen, die beide von sich behaupteten, den Kometen als jeweils Erster entdeckt zu haben. Und damit natürlich auch Anrecht auf das Gold zu haben! Leider haben ihre Nachkommen unter der Feindschaft zu leiden, denn Forsyths Neffe und Hudelsons Tochter lieben einander und sind verlobt. Doch in geradezu Shakespeare'scher Tragödie lösen beide Männer nach ihrem Zerwürfnis über den Kometen das Verlöbnis der Kinder und verbieten jeden weiteren Umgang. Der Roman lebt in der ersten Hälfte geradezu von dieser Tragik; obwohl ob der Überzogenheit, wie diese dargestellt wird, klar ist, dass Verne hier beißende Sozialkritik übte.
Der Komet spielt erst ab der zweiten Hälfte eine Rolle. Denn nach und nach verkleinert sich der Radius des goldenen Himmelsteins um die Erde und schließlich stürzt er auf Grönland. Demnach gehört Dänemark der Fund, das Gold und der Reichtum. Doch in einer tragisch-glücklichen Wendung gibt die Klippe, auf der der Komet abgestürzt ist, aufgrund der Eintrittshitze und des Gewichts schlussendlich nach, stürzt ins Meer und versinkt. Außer Reichweite aller versöhnen sich die beiden Männer über den Verlust ihres Reichtums und auch die anderen Abenteurer, die an der großen Expedition nach Grönland teilnahmen - und mehr oder weniger große Rollen spielten - kommen durch den schlussendlichen Verlust des Kometen wieder zusammen, schließen Frieden oder entdecken ihre Liebe wieder.

Jules Vernes letzter Roman ist trotz einiger fehlender Inhalte, die durch Fußnoten so gut es geht, ergänzt werden, ein sehr interessantes Werk und vor allem: lesenswert.


Kurzbewertung
Interessante Abwechslung von normalem Lesestoff. Verne wirkt nach wie vor!

Sonntag, 20. März 2011

[Buchmesse-Mittendrin] Tag 2 ... 3 - Samstag

Mein zweiter Buchmessetag, der eigentlich der dritte ist ... aber jedenfalls ein Samstag war, begann wieder gefühlt zu früh. Doch heute war sozusagen mein freier Tag. War ich am Freitag noch C. der Autor, so war der Samstag für C. den Kostümbauer gedacht. (Die Bezeichnung Cosplayer fällt absichtlich nicht.) Also galt die Morgentoilette vor allem dem Richten der Haare, dem Auftragen von geringem Special-Effect-Make-up und in besonderem Maße dem Ankleiden.


Day of the Tentacle meet: me!
Nach einigem organisatorischem Hin und Her mit meiner Gruppe trafen ich und U. - mit der ich zusammen anreiste - und die anderen uns im Lauf des Vormittags auch auf der Messe. Die Massen an Besuchern und Kostümierten machte es nicht leicht, von einem Punkt zum anderen zu kommen. Wenngleich ich die Cosplayer der Leipziger Buchmesse zu schätzen weiß ob der Anstrengung, die viele in ihre Kostüme stecken, so sind gerade die Kostüme häufig der Grund für den Stau gewesen. Ich werfe nur Begriffe wie überweiter Reifrock oder 2 Meter großer Pappschwerter in den Raum. Den Rest sollte sich jeder vorstellen können.
Doch diese "Transitzeiten" eingeplant, hatte ich an diesem Tag nur einen konkreten Termin, an dem ich teilnehmen wollte: Else Laudan und Nora Miedler. Lektorin und Autorin plaudern aus dem Nähkästchen. Wenngleich die beiden Damen sich vornehmlich weiblicher Literatur widmeten (sprich: mit Frauen in der Hauptrolle) war der Vortrag sehr interessant und aufschlussreich. Ich erfahre gern die Lebensgeschichten von Autoren, da ich so für meine eigene Vita Rückschlüsse ziehen kann.

Autorin und Lektorin - plaudern aus dem Nähkästchen ...

Da ich Sandra (readandbeyorself) für den Vortrag interessiert hatte, trafen wir uns dabei auch und schlenderten danach noch kurz durch die Halle, um zufällig auf Tim Mälzer zu treffen. Ich wollte ihm fast kein Foto mit uns beiden zumuten, da er selbiges von z.T. aufdringlichen Fans anscheinend schon den ganzen Tag erdulden musste. Wie gesagt, fast.
Der Nachmittag bestand dann primär aus Schlendern, Fotografieren und Fotografiert werden. Kurz schaute ich nochmal in Halle 2 vorbei, plauderte nochmal etwas mit der sehr freundlichen Uschi Zietsch (Susan Schwartz) und grüßte einige der Autoren, die ich am Vortag endlich persönlich kennenlernte. Kurz vor Ende der Messe verabschiedeten wir uns voneinander. U. und ich verbrüderten uns in der Regionalbahn dann mit einigen Leidensgenossen auf für jeden gefühlt drei Quadratzentimetern Stehplatz.

Der Abend klang für mich dann mit einem heißen Bad und einem warmen Bett aus. Obgleich ich bereits öfters die Buchmesse besuchte, war dieses Jahr in Qualit- wie Quantität herausragend. Es hat mir sehr großes Vergnügen bereitet und war in vielerlei Hinsicht hilfreich für meine Zukunft als Schreiber wie als Leser.



Der lange Heimweg.

Inzwischen sind es übrigens nur noch knapp 360 Tage bis zur Leipziger Buchmesse 2012!

Freitag, 18. März 2011

[Buchmesse-Mittendrin] Tag 1 ... 2

Für mich war es der erste, für andere der zweite Tag der Buchmesse. Was habe ich so erlebt? Wen habe ich getroffen? Was habe ich gelesen?
Das alles zu beantworten könnte etwas den Rahmen sprengen, daher beschränke ich mich auf das Wichtigste: Heute war ich vorrangig als der Schriftsteller C. auf der Messe. Gegen 8 Uhr flitzte ich los und war Dank ausfallender und verspäteter S-Bahnen und Parkour-ähnlicher Einlagen, um abfahrende Straßenbahnen noch zu erwischen, kam ich zu meinem ersten Termin gerade noch rechtzeitig.

Der Rundgang der jungen Verleger und Verlage verlief ziemlich durchwachsen. Namentlich nenne ich keinen, da ich sowohl lobe als auch kritisiere. Teilweise traf ich sehr angenehme Verleger, mit denen das Gespräch eine wahre Freude war. Andererseits bestritt ich als Teilnehmer (sic!) den ersten Teil der Verlagstour als Quasi-Guide für die anderen. Denn einigen jungen Verlegern merkte man ihr Alter an, denn sie waren nur unzureichend vorbereitet oder mit Argumenten bewaffnet. Peinliche Sache, wenn da das Publikum aushelfen muss. Aber von kleineren Pannen abgesehen verlief alles sehr zufriedenstellend. Ich wurde einige meiner Leseproben, Exposés und viele meiner Visitenkarten los. Kontake geknüpft, check!


Der Eingang zur Buchmesse. Es ist drin, was draufsteht!

Danach stand ein Treffen mit meiner guten alten Freundin S. an, die ich hier im Blog inzwischen auch Sandra nennen darf. Ihr werdet sie v.a. als die Bloggerin von read and be yourself kennen. Kurze Zeit danach trafen wir beide dann auch eine gemeinsame Bekannte, die bald meine Verlegerin für eine Kurzgeschichten-Anthologie sein wird.


Sandra V, C., Sandra S. - friedlich und fröhlich.

Generell war der Tag erfüllt von schönen Gesprächen, geknüpften Kontakten und netten Leuten; u.a. auch die Perry-Rhodan-Stammautoren Uschi Zitsch (aka Susan Schwartz), Christian Montillion und Marc A. Herren auf sehr persönlicher Ebene kennen. Ich konnte zudem etwas in die persönlichen Biografien hineinhorchen. Wie ihr Werdegang war und wie sie bei der Serie landeten. Es war sehr interessant und aufschlussreich!

Am heutigen Tag konnte ich leider nur wenige Bilder schießen, da ich ja eher in beruflicher als privater Absicht auf der Messe war. Morgen wird das anders. Dann gibt es auch mehr Cosplay-Bilder. Heute waren sie eher selten und dann ziemlich durchsetzt vertreten.

So ein Messeboden muss Einiges aushalten!

Donnerstag, 17. März 2011

[Buchmesse-Vorspann] Argh, keine Zeit, keine Zeit!

 Inmitten der gedruckten T-Shirts (S., du bekommst gleich noch die Fotos!) und meinen Manuskripten, Leseproben und Kurzgeschichten en masse finde ich endlich mal ein paar Minuten, um noch einige Dinge zur Buchmesse zu schreiben: 
Quelle: Wikipedia

Für mich sind morgen und übermorgen eingeplant. Am Freitag exklusiv als Autor, am Samstag zusätzlich als Cosplayer. Zusammen mit S. (readandbeyourself) geht es am Freitag zusammen über die Messe. Autor und Lektorin. Blogger und Bloggerin. Er und sie. Groß und Klein (wenn ich mir gerade die T-Shirts) nochmal ansehe. ;)

Aber kurz gefasst. Hier folgt meine Übersicht für die Messetage (ich hoffe, zumindest einige der Termine wahrnehmen zu können):

Freitag:

11:00
"Junge Verlage, junge Verleger", Halle 5, C 200, Leseinsel "Junge Verlage"


14:00
"FAQ - keine Show ist härter als das Leben", Halle 5, Stand B507
Verlagstermin, individuell
16:00
"Happy hour für Übersetzer", CCL, Raum 10

16:30
"TrekMinds - Was die Welt von Star Trek lernen kann", Halle 2, Stand C206

17:00
"Die Feigheit der Frauen. Rollenfallen und Geiselmentalität - Eine Streitschrift", Halle 5, Stand D412
"Happy Hour Hörbuch", Halle 3, Stand D300/D400
"Zukunft jetzt! Perspektiven für den Branchennachwuchs"

Samstag:

12:00
"Cappuccetto. Eine unmoralische Geschichte.", CCL, Mehrzweckfläche 1
"Be more Hero, create your Business", Halle 3, Stand E207
12:30
"Else Laudan, Nora Miedler. Lektorin und Autorin plaudern aus dem Nähkästchen.", Halle 5, Stand A300

13:00
"Autorenspecial: Jeden Tag, jede Stunde.", Halle 4, Stand E401, Café Europa
15:00
"Mordfall in Utopia", Halle 4, Stand B601

16:00
"Moderner Buddhismus", Halle 3, Stand A200

Dienstag, 15. März 2011

[Blogparade] 12 Bücherzeiten: März (Update)

Seit Anfang des Jahres hat die Bloggerin Bücherelfe einen Wettbewerb am Laufen: "12 Bücherzeiten 2011". Darin wird jeden Monat zu einem Thema, das sich um Bücher dreht, eine Blogparade gestartet. Anders formuliert: Fragen und Antworten. Für den Monat März lautet das Thema "Dein Bücherregal".

Hier die Fragen:
"1. Wie lange hast du dein ältestes Regal?"
Ich habe nur ein einziges großes Regal. Das stammt aus dem Jahr 2003. Mein Nachttisch-"Regal" hingegen ist aus dem Jahr 2000, also somit das Älteste, wenngleich technisch kein Regal.
"2. Wo kaufst du deine Regale"
An keinem bestimmten Ort, aber die letzten stammten alle von Ikea. Ich wünsche mir jedoch, einmal ein Bücherregal mit schiefen Einschüben, wie man sie von Weinregalen kennt. Dort kann ich meine Romane dann schön in Gruppen anordnen, stapeln und einfach ablegen - und es sieht dennoch stylisch aus!
"3. Wieviele Regale hast du schon?"
Ein großes Bücherregal, mehrere Schubladen, meinen Nachtschrank und ein weiteres Regal. Zweieinhalb, sozusagen. Im Prinzip ist mein gesamtes Zimmer ein einziges Bücherregal.
"4. Wie sieht deine Ordnung aus? Hast du z.B. ein bestimmtes System?"
Früher habe ich alphabetisch geordnet, dann nach groben Genres oder Buchserien. Heute lege ich nur noch ab und hoffe, dass dieses empfindliche Ökosystem nicht zusammenbricht!
"5. Fotografiere dein Bücherregal. Wenn du mehrere hast, erstelle eine kleine Collage z.B. mit Gimp, Photoshop o.ä. Programmen"

Im Uhrzeigersinn: Mein Nachtschrank, 2x mein "Unterregal", mein Nischenregal und mein Hauptregal.

Sonntag, 13. März 2011

[Rezension] "Star Wars: Die Kundschafter"

(Verlag Blanvalet; D 2008; Autor: Timothy Zahn; Übersetzer: Michael Nagula; 474 S.; 13,00 €)



Klappentext

Dies ist die Geschichte einer unvorstellbar kühnen Expedition: Wenige Jahre vor den Klonkriegen begaben sich fünfzigtausend Männer, Frauen und Kinder an Bord eines gigantischen Raumschiffes. Ihr Ziel: Die Kolonisierung ferner und bislang unbekannter Welten. Doch das Projekt stand von Anfang an unter einem ungünstigen Stern - denn mächtige Feinde wollten einen Erfolg der Mission mit allen Mitteln verhindern. Schnell begann für die Kolonisten der Kampf ums nackte Überleben ...

Kurz vor dem Angriff der Klonkrieger werden Obi-Wan Kenobi und sein Padawan Anakin Teil einer der größten Legenden der Galaxis.

Rezension

Timothy Zahn und Großadmiral Thrawn sind zwei konstante Größen im Krieg-der-Sterne-Universum. Obwohl Thrawn selbst nur in der Romantrilogie "Erben des Imperiums" auftauchte, entwickelte er sich schnell zu einem Fanliebling. Und er kehrt zurück! Denn "Die Kundschafter" spielt nur einige Jahre nach Episode I. Anakin Skywalker ist Obi-Wan Kenobis junger Padawan und Thrawn noch ein Offizier im Militär seines Volkes, den Chiss.
Der Roman beginnt mit drei großen Handlungssträngen: Die Jedi, die Sith und die Chiss/Schmuggler.

Der Jedi-Strang umfässt ein paar Abenteuer von Anakin und Obi-Wan, die schließlich auf Jedi-Meister Jorus C'baoth und dessen Padawan-Schülerin Lorana Jinzler treffen. Die Abenteuer sind für den weiteren Handlungsverlauf recht bedeutungslos, aber bilden eine Grundlage für einige gute Charakterisierungen. Meister C'baoths Traum, das Extragalaktische Flugprojekt, bekommt er wegen der Resultate besagter Abenteuer bei den Behörden durchgedrückt. Das Projekt dient der Erkundung und Kolonisierung der Unbekannten Regionen und sogar anderer Galaxien. Mehrere Jedi befinden sich an Bord und sollen in einem Machtgeflecht die Hyperraumturbulenzen am Rand der Galaxis durchstoßen, die bisherige Expeditionen scheitern ließen.

Doch dieses noble Projekt erscheint mir wie ein Fremdkörper: Passte es noch in die Geschichten aus "Erben des Imperiums" so wirkt es im bekannten Prequel-Universum geradezu lächerlich. Aber Zahn schafft hier den Spagat, indem er Jorus C'baoth das Projekt selbst an höchster Stelle - vor dem Obersten Kanzler Palpatine - durchpeitschen lässt. C'baoth ist dafür geradezu prädestiniert, denn, obwohl ein Jedi, ist er arrogant, überheblich und von sich eingenommen. Es ist sein Projekt also muss es ein Erfolg werden. Punkt und Aus. Dass die Jedi insgeheim froh darüber sind, C'aboth mit dem Flugprojekt "abschieben" zu können, ist schon fast erheiternd. C'baoth als ständig meckernder Onkel, der die restliche Verwandtschaft nervt. So könnte man ihn verstehen. Doch der Charakter ist viel differenzierter und bedrohlicher. C'baoth will im Geheimen die Jedi auf dem Flugprojekt und die machtsensiviten Kinder der über 50.000 Kolonisten zu einem neuen Jedi-Orden abseits der verderbten Republik aufbauen. Doch sein Orden wäre die herrschende Institution. Er plant eine Theokratie - die Jedi als Souverän, die anderen als deren rechtmäßige Untertanen. Denn ein Jedi hat die Macht. Somit ist er besser, schneller und klüger als andere und sollte die anderen beherrschen und sich nicht ihnen unterwerfen, wie es der alte Orden bereits seit Generationen tut. Diese Sichtweise C'baoths ist erfrischend anders. Die Jedi dieser Epoche erhalten dadurch mehr Tiefe und Schattierung. C'baoth zeigt, dass die noblen Robenträger (zumindest theoretisch) die Republik übernehmen und zu einer religiösen Diktatur hätten umformen können.

Währenddessen arbeiten die Sith, namentlich Darth Sidious und einer seiner Handlanger, am Scheitern des Flugprojekts. Sidious mit seinem Alter Ego Palpatine kennt die Flugroute des Projekts. Das Extragalaktische Flugprojekt wird auf seinem Weg zum Rand der Galaxis einen kurzen Abstecher durch die Unbekannten Regionen machen. Dort wartet Sidous' Agent mit einer Flotte der Handelsföderation auf das Flugprojekt. Doch die Flotte wird zerstört.

Der Zerstörung von Sidious' Flotte geht jedoch Einige voraus: Jorj Car'das (später Talon Karrdes Schmuggler-Ziehvater. ebenfalls einer von Zahns "Exklusiv-Charakteren") ist noch ein noch unerfahrener junger Mann, der mit einer Schmugglerbande seine Glück in der Galaxis machen will. Zufällig stößt die Gruppe bei der Flucht vor einem Hutt auf die Chiss. Besser gesagt, auf einen bestimmten Chiss: Commander Mitth'raw'nuruodo der Vorgeschobenen Verteidigungsflotte. Thrawn. Der nimmt die Schmuggler mit ihrem beschädigten Schiff bei sich auf. Es folt ein kultureller Crashkurs, in dem Thrawn von Car'das viel über das Leben in der Republik lernt und vice versa. Obwohl diese Szenen für den späteren Verlauf der Geschichte nur bedingt eine Rolle spielen sind sie wesentlich interessanter als der Jedi-Plot der Handlung. Dort erleben wir, wie C'baoth nach und nach die Kolonisten des Flugprojekts ihrer Rechte beraubt (oder berauben will) und seine Theokratie aufbaut. Sicherlich auch interessant, doch die Machtkämpfe zwischen den Herrschenden Familien der Chiss, in denen Thrawn gefangen ist, sind zumindest aus meiner Sicht wesentlich spannender. Intrigen und Verrat. Car'das und seine Freunde können sich nie sicher sein, ob sie von Thrawn nicht doch nur für dessen Zwecke benutzt werden.

Denn Thrawn plant den Krieg mit den Vagaari. Diese aggressiven Nomaden haben bereits viele Gebiete außerhalb des Reiches der Chiss geplündert. Doch die Chiss haben ein Gesetz, das ihnen den Angriffskrieg verbietet. An sich eine noble Sache, doch weiß Thrawn, dass die Vagaari die Chiss angreifen werden. Dieses moralische Dilemma wird von Car'das und seinen Freunden noch dadurch verstärkt, dass die Frage erörtert wird, ob ein Angriffskrieg überhaupt gerechtfertigt werden kann. Hier schafft Zahn ein paar wunderbare moralische Zwickmühlen. Der Feind hat mich nicht angegriffen. Aber er hat andere angegriffen. Warum soll ich den Feind nicht angreifen, wenn ich dadurch andere und mich vor ihm bewahren kann? Die Pro- überwiegen schlussendlich die Kontra-Argumente und Thrawn gelingt es durch geschicktes Taktieren die Vagaari zu einem Angriff zu bewegen. Doch plötzlich trifft er auf die Flotte der Handelsföderation. Der klischeehaft dumme Neimoidianer-Kapitän befiehlt auch gleich den Angriff auf Thrawns Streitkräfte. Diesem wiederum gelingt es, die feindliche Flotte zu dezimieren. Thrawn übernimmt nonchalant das Kommando über die restlichen Einheiten. Sidious' Agent sieht in Thrawn einen brillianten Geist und kann ihn zu einer Holokonferenz mit seinem Meister überreden. In dieser historischen ersten Begegnung zwischen Palpatine und Thrawn lässt sich extrem viel hineininterpretieren. Palpatine lernt mehr über die "Far Outsider", die auch die Chiss kennen. Hierdurch wird eine Brücke geschlagen zum Roman "Der verschollene Planet", wo Obi-Wan und Anakin auf dem geheimnisvollen Planeten Zonama Sekot nach der Jedi Vergere suchen sollen und auf die Far Outsider treffen, niemand anderes als die Yuuzhan Vong, die fast 50 Jahre später in die Galaxis einfallen (siehe Romanreihe "Das Erbe der Jedi-Ritter"). Zahn gelingt die Einbindung dieser Elemente auf einzigartige Weise, wodurch die Vong zu einer größeren und allumfassenderen Bedrohung werden. Denn immerhin sind es die Urgesteine Zahn und Thrawn, die hier von ihnen schreiben bzw. über sie berichten. Geradezu prophetisch sind die Befürchtungen sowohl von Thrawn als auch Sidious, dass die Vong in eine ungeeinte Galaxis einfallen könnten. Allein hierdurch könnte man den ganzen späteren Galaktischen Bürgerkrieg hinterfragen, denn Palpatines Militarisierung könnte darin gründen, sich gegen die Vong verteidigen zu wollen. Doch damit würde man dem Sith wohl zu viel Menschlichkeit unterstellen.

Am Ende kommt es, wie es kommen muss und das Extragalaktische Flugprojekt wird zerstört und die Vagaari werden geschlagen. Anakin und Obi-Wan werden aber vorher durch Palpatine von Bord geschafft. Dadurch wird ihre unnötige Anwesenheit auch beendet, denn der Roman hätte auch ohne die beiden bekannten Namen hervorragend funktioniert.
Doch wird das Extragalaktische Flugprojekt wirklich zerstört? Nein, Lorana Jinzler und Thrawns Bruder Thrass gelingt es, das schwer beschädigte Flugprojekt auf einen unbewohnten Planeten stürzen zu lassen. Beide kommen dabei ums Leben, aber können wenigstens ein paar der Kolonisten retten.
Die Nachfahren der Kolonisten werden in 50 Jahren von Luke und Mara besucht werden. Denn "Die Kundschafter" bildet mit "Die Verschollenen" eine Roman-Duologie. Aufgrund von geänderten Veröffentlichungsterminen erschien dieser Roman jedoch später, obwohl er inhaltlich früher spielt. Das Prequel-Konzept ist in der Saga jedoch kein unbekanntes. Diese Herausgabeweise war von Zahn zwar nicht so beabsichtigt, teilte dieser mit, aber viele, ich ebenso, sind der Meinung, dass es die Romane dadurch spannender macht. Die Duologie funktioniert in dieser Reihenfolge viel besser. Diesmal sei also empfohlen: Lest das Ende zuerst!

Die deutsche Übersetzung ist gut gelungen. Mir sind keine großen Logik- oder Grammatikfehler aufgefallen.

Bewertung

Für Fans von Zahn und Thrawn ein Muss. Ansonsten empfehlenswert.

Auswirkung auf den Kanon

Die detaillierte Geschichte über das Extragalaktische Flugprojekt wird offenbart. Wir erfahren interessante Details aus der Jugend von Jorj Car'das und Thrawn, sowie über die Chiss, Sidious' Langzeitplanung und der Psyche Jorus C'baoths. Außerdem ein weiteres unnötiges Anakin-Obi-Wan-Abenteuer.

Samstag, 12. März 2011

[Buchmesse-Vorspann] Hier, meine Karte ...

Bevor es morgen mit der nächsten Rezension (oder darf ich schon wie die Profis Rezi sagen? - auch wenn ich das eigentlich völlig unnötig und affig finde ^^) weitergeht , hier noch was Kurzes zwischendurch:

Meine Visitenkarten sind fertig!  

Da ich ja, wie bereits erwähnt, als Autor und Schriftsteller teilnehmen werde, dachte ich mir, eine Visitenkarte sei so ziemlich unverzichtbar. Und sei es nur, um am Ende des Messetages alle von einer Brücke in die Menge zu feuern. Wenngleich ich nicht hoffe, dass dies eintreten wird.

Jedenfalls sind die Karten abgestimmt mit einem halben Dutzend Leuten; darunter einem Designer-Team, einem Unternehmensberater/Salsalehrer, einem Industriedesigner und einem Doktor - wen man so alles im Bekanntenkreis hat, ne? Insgesamt vier Versionen hat es bis zu den Fotografierten gebraucht.

Und während ich fleißig am Basteln war, kamen bereits die korrigierten und geprüften Romanexposés an. An dieser Stelle ein dickes Danke an alle, die dabei mithalfen! Ich sehe das Licht am Ende des arbeitsamen Tunnels. Bald ist es vorzeigbar!

Mittwoch, 9. März 2011

[Leipziger Buchmesse] Nur noch 216 h!

Die Vorbereitungen werden immer konkreter und das Ereignis rückt immer näher. Dieses Jahr - wie auch in den Jahren zuvor - werde ich wieder auf der Leipziger Buchmesse sein.

Am Freitag werde ich in ausschließlicher Funktion als Autor, Blogger und Webartist dort sein - vornehmlich Autor, auf der Suche nach einem Verlag für meine Werke. Gemeinsam mit der guten S. (Read and be youself) werden wir die Hallen durchstreifen, frech Verlage und Verleger ansprechen und Kontakte knüpfen. Meine Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Romanexposés, Leseproben und exemplarische Kurzgeschichten wollen noch aufgefrischt und gedruckt werden. Dazu habe ich heute die lektorierten Texte zurückerhalten und werde morgen korrigieren. Und, ein kleines Novum, meine Visitenkarten stehen an! Ja, richtig gehört, ich drucke Visitenkarten. Mit einer mir bekannten Designerin wurde über das Design, den Schrifttyp und die Anordnung diskutiert. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Außerdem gibt es noch ein T-Shirt in eigener Sache. Hier hat sich ein vermeintlicher Schreibfehler als gewaltiger Wortwitz entpuppt. Lasst euch überraschen, was kommt!

Der Samstag wiederum dient eher der Erholung. Ebenfalls als Autor aktiv, werde ich aber (natürlich kostümiert) in die Cosplay-Menge eintauchen. Meine Gruppe trifft sich bereits früh und ich freue mich darauf, viele alte und neue Gesichter zu sehen und hoffe auf einen angenehmen Tag - und keine reißenden Nähte oder Stofffetzen. ^^''

Im Vorfeld werde ich hier noch einige Teaser einstellen, gerade was mein "Merchandise" angeht. Ansonsten kehrt hier bald die Rezensionsnormalität wieder ein.

Sonntag, 6. März 2011

[Rezension] "Star Wars: Die Verschollenen"

(D 2007; Verlag Blanvalet; Autor: Timothy Zahn, Übersetzer: Regina Winter; 558 S.; 12,00 €)


Klappentext

Luke Skywalker und Mara Jade werden von den Chiss eingeladen, mit ihnen die Überreste eines gescheiterten Projektes der alten Republik zu untersuchen: Vor über fünfzig Jahren wollte man in ferne Galaxien vorstoßen, als Thrawn alles vernichtete. Am Fundort eingetroffen, stellen Luke und Mara überrascht fest, dass es noch immer Überlebende der Mission gibt ...

Mit Bonus Roman: Ein gefährlicher Handel

Rezension

Als alter Fan des Kriegs der Sterne beschäftige ich mich gelegentlich auch mit diesen Romanen. Nicht etwa, weil sie derart großartig sind, sondern eher, weil sie eben auch zu dem gehören, was ich so lese bzw. inzwischen las. Aber genug Vorgeplänkel:

"Die Verschollenen" bildet mit "Die Kundschafter" eine Roman-Duologie. Aufgrund von geänderten Veröffentlichungsterminen erschien dieser Roman jedoch zuerst, obwohl er inhaltlich später spielt. Das Prequel-Konzept ist in der Saga jedoch kein unbekanntes. Diese Herausgabeweise war vom Autor Timothy Zahn zwar nicht so beabsichtigt, teilte dieser mit, aber viele, ich ebenso, sind der Meinung, dass es die Romane dadurch spannender macht.

Denn als ich die Inhaltsangabe dieses Romans las, war ich zunächst nicht angetan von der Idee. Obwohl es sich um Timothy Zahn handelt, haben zu viele andere Romane schon daran gekrankt, einen Krieg in die Metahandlung "einzuschieben". Ich bin ein Freund von Kontinuität und kann mich damit nur schwer anfreunden, dass Romane, die inhaltlich später spielen, diese Konflikte nie erwähnen. Aber der Roman war besser als erwartet. Er war nicht gut (er war nicht Zahn-gut), aber auch nicht das Machwerk, das ich befürchtet hatte.

Zahn schafft es gekonnt, kleine Sätze und Bemerkungen einzustreuen, die zum Nachdenken anregen. Man spürt in seinen neueren Romanen, wie gewaltig und attraktiv das Krieg-der-Sterne-Universum sein kann. Verschwörungen, Legenden, Persönlichkeiten, unentdeckte Reiche, sprich: Möglichkeiten. Viele andere Autoren schaffen es nicht, mehr als nur ihren Soll zu erfüllen. Sie sind Sklaven des Romanexposés und gehen selten darüber hinaus. Zahn jedoch hat Ideen und Konzepte. Das ist aber kaum verwunderlich, denn schließlich hat der Mann das Saga-Universum, wie wir es heute kennen, entscheidend mitgestaltet. Das Imperium der Hand, Mara Jade und fast alle der handelnden Personen dieses Romans entstammen seinem Kopf. Daher dürfte es für ihn leicht sein, sich wieder in sie hineinzuversetzen.
Und genau das macht den Reiz des Romans aus, denn inhaltlich passiert kaum etwas. Die Charaktere und ihre Interaktion miteinander machen den Reiz aus. Die Beziehung zwischen Mara und Luke in ihrer noch jungen Ehe (der Roman spielt 22 NSY, also zwei Jahre nach ihrer Hochzeit) sind mir die liebsten Szenen, denn ich empfinde sie einfach als glaubwürdig. Hingegen langweilt mich die Haupthandlung um die Überlebenden des Extragalaktischen Flugprojekts eher. Es entwickelt sich kein richtiger Spannungsbogen. Der gesamte Roman bleibt dahingehend etwas flach und an einigen Stellen sogar langweilig.
Sehr gut dargestellt werden hingegen die Sturmtruppen und ihr Kommandant Chak Fel. Dass es unbedingt ein Mitglied der Fel-Familie sein muss, also ein Pilot, der die Bodentruppen anführt, entzieht sich meinem Verständnis, doch wird das im Roman mit Personalmangel und ähnlichem erklärt. Beschweren möchte ich mich auch gar nicht, denn Chak wird sehr sympathisch dargestellt und trotz seines bekannten Namens hat man von den Fels in den letzten Jahren selten etwas gelesen. Für mich sehr interessant war auch die Erklärung des Imperiums der Hand durch Chak und Maras Reaktion darauf. Sie hätte sich nämlich durchaus vorstellen können, in diesem liberalen Imperium zu dienen! Diese Wendung fand ich sehr interessant, verleiht es Mara doch sehr viel mehr Tiefe. Immerhin diente sie fast ihr halbes Leben einem Imperium, doch in der Reihe "Das Erbe der Jedi-Ritter" wird sie geradezu in die Neue Republik assimiliert. Ich habe dort häufig Anpassungsschwierigkeiten seitens Mara vermisst. Wer in einer Diktatur aufwächst, sogar einem Diktator persönlich diente, dem sollte es schwerer fallen, sich mit einer Demokratie zu arrangieren. Und genau das passiert in diesem Roman. Die Neue Republik wird als fehlerhaft dargestellt, was eine Demokratie durchaus ist, doch auch Palpatines Imperium wird nicht glorifiziert. Die Standpunkte sind realistische. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile.
Dem Roman angehängt ist die Kurzgeschichte "Ein gefährlicher Handel" ("A Fool's Bargain"), der auch von Zahn stammt und sich mit einem Einsatz der Aurek-7-Sturmtruppen aus dem Roman beschäftig. Die Geschichte liest sich interessant, wird auch im Roman kurz erwähnt, aber hat keine großen Auswirkungen auf die Handlung.

Die deutsche Übersetzung ist gut gelungen. Mir sind keine großen Logik- oder Grammatikfehler aufgefallen.

Kurzbewertung

Geeignet für Fans von Luke und Mara und Star-Wars-Fans generell.

Auswirkung auf den Kanon

Wir erfahren vom Dritten Chiss-Vagaari-Krieg und bekommen Details über die Funktionsweisen des Imperiums der Hand sowie des Reichs der Chiss. Das Schicksal des Extragalaktischen Flugprojekts wird geklärt.

Dienstag, 1. März 2011

[Rezension] Exponentialdrift

(D 2003; Verlag Bastei Lübbe; Autor: Andreas Eschbach; 268 S.; 6,90 €)


Klappentext
Auf einer Pflegestation erwacht ein Mann, der seit vielen Jahren im Wachkoma gelegen hat. Die Welt um ihn herum kommt ihm seltsam verändert vor. In seinen Erinnerungen mischen sich Bilder, die nicht zueinander passen. In ihm reden Stimmen durcheinander, die er nicht versteht. Am wenigsten identifizieren kann er sich mit dem Elementarsten von allem, mit sich selbst. Er kommt zu der Überzeugung, in Wirklichkeit ein Außerirdischer zu sein, den es in den Körper eines Menschen verschlagen hat. Eine Wahnvorstellung? Der Neurologe, der ihn behandelt, ist fasziniert. Seine Frau fühlt sich ihm entfremdet. Und dann ist da noch ein geheimnisvoller Fremder, der ihn zu verfolgen, zu beobachten scheint ... 

Kommentar
Andreas Eschbach hatte sich auf den 11. September 2001 gefreut. Dieser etwas merkwürdige Satz verliert viel von seiner Sprengkraft, wenn man weiß, dass an jenem Tag Eschbachs Mammutprojekt "Eine Billion Dollar" erschien. Schon vorher begann sich aber die FAZ für Eschbach zu interessieren begann. Man wollte mit einem neuen Blatt zu jener Zeit auf dem hart umkämpften Markt der Sonntagszeitungen landen und dazu der eigenen Zeitung etwas unverwechselbars geben: Einen Fortsetzungsroman.
Dies erklärt Eschbach in seinem Werkstattbericht, der der Geschichte angehängt ist.

Denn Exponentialdrift ist kein Roman. Es ist eine Reihe von Fortsetzungsgeschichten, die zwischen dem 30. September 2001 und dem 14. Juli 2002 in der Frankfuter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen und 2003 als Sammelband aufgelegt wurden. Als gebürtiger Sachsen-Anhalter habe ich mit Frankfurt am Main wenigt zu tun gehabt und stieß daher erst auf die gesammelte Ausgabe. Netterweise wird jedem "Kapitel", das die jeweilige Fortsetzungsgeschichte einer Woche darstellt, eine Zusammenfassung der Ereignisse vorangestellt. Dadurch wird auch das Kurzzeitgedächtnis etwas aufgefrischt, denn beim ersten Lesen hatte ich viele der erwähnten Ereignisse schlichtweg vergessen. Die Geschichten wurden laut Eschbach nicht nachbearbeitet sondern in ihrer Form direkt übernommen, so dass man eine gesammelte Chronik der Ereignisse vor sich hat, wie sie auch in der Zeitung abgedruckt wurden.

Die Geschichten sind gut lesbar und leicht verständlich. Eschbach weiß ohnehin, wie er mit wenigen Sätzen eine Figur zum Leben erwecken kann. Ihm gelingt dies auf immer neue Weise. Dem Medium der Fortsetzungsgeschichten ist es jedoch zu schulden, dass oftmals Sprünge der Handlungen stattfinden und viele Geschehnisse nur angerissen werden können. Doch die dargebotene geraffte Form hat ihren ganz eigenen Reiz. Inhaltlich gibt es an sich wenig zu sagen, denn der geschichtliche rote Faden wird zwar verfolgt, ist aber leider recht voraussehbar. Viele interessante Ideen und Denkkonzepte werden zwar vorgestellt, doch nichts, das mich derart aus dem Hocker haut, wie bei anderen Eschbachromanen. Was nicht bedeuten soll, dass die Geschichte schlecht ist. Keineswegs. Ist sie lesens- und empfehlenswert. Allein Eschbachs Stil ist lohnt den Roman bereits, doch kenne ich andere Werke von ihm und weiß, was er mit dem ihm gegebenen Raum anstellen kann. Hier ist die Kreativität zwar nicht beschnitten worden, aber dem Medium des Fortsetzungsromans geopfert worden.

Im bereits erwähnten Werkstattbericht geht Eschbach auf die Entstehungsgeschichte ein und erläutert Hintergründe, die viele Teile des Romans in einem neuen Licht erscheinen lassen. Der Bericht liest sich flott und unterhaltsam und wir erfahren auch, wie Eschbach auf den Fantasienamen Exponentialdrift gekommen ist. Im Roman erfahren wir dies auch, doch es aus der Feder des Autors selbst zu lesen ist eine ganz andere Erfahrung. 

Bewertung
Für Eschbach-Fans und Freunde des Genres empfehlenswert.