Montag, 25. April 2011

[In eigener Sache] Ein Mord an Bord und meine zweite (erste) Veröffentlichung ... irgendwie.


Es ist eine Fanzine und ich weiß nicht, ob das wirklich zählt, aber erwähnen möchte ich es wenigstens. Die Geschichte selbst geht eine Weile zurück: Wir schreiben das Jahr 2009 ...

Nein, keine Bange, hier die Kurzfassung: 2009 nahm ich am Storywettbewerb in memoriam Peter Terrid teil und schloss mit dem achten Platz ab, sowie einem Sonderpreis für den jüngsten Teilnehmer. Ausgelobt wurde der Preis vom Terranischen Club EdeN, einem Fanclub u.a. der Perry-Rhodan-Serie. Der Club bringt zudem die Fanzine "Paradise" heraus. Und in der Märzausgabe 2011, "Paradise 83", war meine Fassung der Titelstory "Mord an Bord" abgedruckt. Mein Exemplar ging mir letzte Woche zu. Auf meiner Autorenwebsite (hier) findet ihr den Text. Und ich stelle ihn hier auch nochmal online:

Mord an Bord
(Christian Allner, Storywettbewerb in memoriam Wolfpeter Ritter alias Peter Terrid, Platz 8 zzgl. Sonderpreis als jüngster Teilnehmer, 2009)

Entspannt lag sie auf einer Vibrationsliege im Spa-Bereich der EOS. Über ihr drang das Leuchten eines wunderbar rot und grün schimmernden planetarischen Nebels durch die transparente Decke. Ein angenehmer Seufzer entwich ihr als sie die Augen schloss und sich in die warme Liege kuschelte.

Die momentane Atmosphäre konnte sie einfach nur als wohlig beschreiben. Dabei war ihr Terminkalender für den heutigen Tag mehr als voll: Schlammkuren, Solebäder, Duftstoffbehandlungen und Entspannungs-Druckpunkt-Massagen erwarteten sie.

Normalerweise stand sie derlei Dingen abgeneigt gegenüber. Sie war eine einfache Frau, die allein ihrer eisgrauen Mähne morgens einen fahrigen Strich mit den Fingern gönnte. Doch hin und wieder musste man sich auch einmal entspannen. Entspannen und Vergessen.

Heute war der 31. Dezember 1199 NGZ. Sie war nun seit vier Tagen an Bord der EOS, wie die EMPRESS OF THE OUTER SPACE der Einfachheit genannt wurde, und heute war Silvester. Sie wunderte sich immer wieder, wie solche Sitten sich über Jahrtausende halten konnten. Man feierte Weihnachten, die Landung der STARDUST auf dem Mond, sogar Karneval - und natürlich Silvester. Doch gerade das war ihr eher zuwider.

Seit Charles vor über einem Jahr ermordet wurde, fand sie keinen sonderlichen Gefallen mehr an diesen gesellschaftlichen Ereignissen. Silvester empfand sie ohnehin immer als viel zu laut und zu grell.

Sie öffnete die Augen, betrachtete das halbvolle Glas mit arkonidischem Brandy auf dem Beistelltisch und griff danach.

„Salute“, murmelte sie und schüttete den restlichen Alkohol die Kehle runter. Dann sprang sie aus der Vibrationsliege auf.

Es war als wäre sie gerade aus einem Traum aufgewacht. Nein, das war nicht Lhoreda Machecoul!

Die echte Lhoreda war Kosmokriminalistin und kein Urlauber. Die echte Lhoreda würde wahnsinnig werden, wenn sie über Wochen jeden Tag nur faulenzen würde. Sie brauchte die Aufregung, die Gefahr und die Strapazen, die ihr Beruf mit sich brachten. Dann erst fühlte sie sich lebendig! Die echte Lhoreda ergriff wieder Besitz von ihrem Körper und verspottete ihr anderes Ich, das sich von Klangkerzen, schönen Düften und leiser Musik hatte einlullen lassen.

Sie hoffte jedoch, dass die Methoden bei den anderen knapp 1.800 Passagieren Wirkung zeigten. Denn obwohl sie – inoffiziell – der EOS für diese Reise als Sicherheitsbeauftragte zugeteilt wurde, wollte sie nicht zwingend in einem Kriminalfall ermitteln müssen.

„Ihr wisst schon, was Ihr tun müsst, um eure Passagiere leise zu halten“, sprach sie in keine bestimmte Richtung.

Wie zur Antwort erhielt sie eine allgemeine Durchsage, in der die Gäste im Spa-Bereich gebeten wurden, diesen innerhalb der nächsten Stunde zu räumen.

Sie wandte sich den Umkleiden zu, um den Badeanzug loszuwerden.



Mit praktischerer Kleidung am Körper schlenderte sie kurz darauf durch die weiten Gänge der EOS. Gerade überquerte sie einen in den Boden eingelassenen schematischen Aufriss des Schiffes – eine nach Achtern von zwei Kegeln flankierte Kugel.

Da die EOS über ein modernes Lift- und Laufbandsystem verfügte, war sie in nur wenigen Minuten im Kabinenabteil NGZ D III angelangt.

Als sie an ihrer Kabinentür war, bemerkte sie, dass ein arkonidischer Stewart mit einem Geschenk an ihre Nachbarkabine klopfte, Nr. 72. Aus der reinen Kuriosität, die der Arkonide darstellte, war Lhoreda neugierig. Dieses Volk sah sich als Herrscher aller anderen, daher waren Berufe in der Dienstleistungsbranche schon sehr ungewöhnlich.

Da Lhoreda aber nicht ewig an ihrer Kabinentür stehen bleiben konnte, hörte sie nur noch, wie ihr Zimmernachbar, eine Frau, die Tür öffnete und mit dem Stewart ein Gespräch begann. Als Lhoreda ihre Tür gerade schloss, ertönte ein Aufschrei und erklang ein dumpfes Poltern.

Sie stürmte wieder auf den Gang und stutzte. Der Stewart lag mit dem Geschenk auf dem Boden des Ganges – und die Empfängerin hatte ihre Kabinentür zugeknallt.

Da sie ohnehin schon da stand, bot Lhoreda dem Mann ihre Hilfe an und erhielt als Dank verbale Prügel.

„Was fällt der denn ein? Bin ich hier etwa der einzige Arkonide, den sie treten kann? Ich bin Ginor da Kudiron und nicht irgendein Prügelknabe!“ Er fegte Lhoredas angebotene Hand bei Seite, stand aus eigener Kraft auf, trat gegen das Geschenk und verschwand in einer hasserfüllten Staubwolke den Gang hinunter.

Etwas verdutzt zurückbleibend, war Lhoredas Interesse dem Paket zugewandt, als sie hinter sich wieder eine Tür knallen hörte. Sie drehte sich um und sah ihre Zimmernachbarin aus ihrer Kabine stürmen. Sie würdigte Lhoreda keines einzigen Blickes.

Sie ergänzte das Paket noch um eine weitere Beule und verschwand.

Lhoreda wollte der Frau noch etwas hinterherrufen, aber die war schon eine kleiner werdende Silhouette in der Ferne.

Lhoreda sah sich um und schnappte sich das Paket. Wieder in ihrem Zimmer begutachtete sie das Objekt: Klassisch in Silberfolie verpackt und mit einer Grußkarte versehen, bot es nun, da man geradezu auf es eingedroschen hatte, einen erbärmlichen Anblick.

Ihre Hände ruhten auf dem Objekt und in ihr orchestrierte ihr Gewissen ein Konzert, welches ihr verbot, das Paket zu öffnen. Sie wand sich innerlich, war zwischen Neugier und Anstand hin und her gerissen. Schließlich beließ sie es dabei, das Paket auf der Kommode abzustellen, und verschwand im Bad.



Nach zwei Stunden der Selbsgeißelung schritt Lhoreda den inzwischen ausgeschmückten Spa-Bereich ab. Mit ihren hochhackigen Schuhen konnte sie sich kaum anfreunden, ebenso wenig mit dem kompliziert ausgeschnittenen Kleid. Sie fürchtete jeden Moment, dass irgendeiner der dünnen Stofffetzen reißen oder sich irgendwo verhaken würde. Am liebsten wäre sie in einem für sie normalen Dress gekommen, doch sie war zum so genannten Captain's Dinner eingeladen, weswegen eine gewisse Form gewahrt werden musste. Die Form, in die man sie hineinzwang, wollte ihr jedoch so gar nicht passen.

So schlenderte sie recht ausdruckslos und leicht wackelig auf den Tisch des Kommandanten zu, der auf dem höchsten Punkt einer gewölbten Klarsichtplatte thronte, die sich nun über das gesamte Schwimmbecken des Spa-Bereichs zog.

Von unten reflektierte das angeleuchtete Wasser in wunderbarer Weise. Von oben leuchteten Dutzende Sterne und der planetarische Nebels. Sie wagte einen Blick in die Höhe und bemerkte, dass die Sterne und kosmischen Gase heller brannten als am Nachmittag. Vermutlich sorgte eine einfache Positronik dafür, dass das eintreffende Licht wie unter einer Lupe verstärkt wurde.

Ihr weiterer Weg führte sie schlussendlich zum runden Tisch von Gharun Ferdinho. Der hochgewachsene und schwarzhäutige Glatzkopf war gerade in ein Gespräch mit einem tellerköpfigen Blue vertieft, als er Lhoredas Ankunft bemerkte. Nach dem Austauschen einiger Höflichkeitsfloskeln, die auch nach Jahrtausenden von den Herren gegenüber den Damen nicht aufgegeben wurden, setzte sich Lhoreda. Ein kleiner Stich in ihre Seite weckte dabei die Eitelkeit und veranlasste sie zu einer mentalen Notiz, dass sie im neuen Jahr etwas mehr Sport treiben sollte. Aber für gute Vorsätze war der heutige Silvester-Abend ja auch geradezu geeignet.

Lhoreda wurde die Ehre des Captain's Dinners gewährt, weil der Kommandant ihren persönlichen Bericht möglichst unauffällig halten wollte, denn der Ruf eines Kreuzfahrtschiffes und seines Kapitäns bedeutete sehr viel. Denn Passagiere – vor allem die weiblichen – schlenderten selten auf die Brücke oder in die Kapitänskajüte ohne, dass sich die anderen Passagiere ihre Mäuler darüber zerrissen.

Er wandte sich recht ungezwungen an Lhoreda.

„Ich darf doch hoffen, dass Ihnen Ihr bisheriger Aufenthalt hier an Bord zugesagt hat, Miss Machecoul?“

„Bislang war alles recht ereignislos verlauf-“, wurde sie unterbrochen als es plötzlich dunkel wurde. Aus dem leisen gesellschaftlichen Gemurmel wurde ein durchdringendes Getöse. Vereinzelte Aufschreie waren zu vernehmen sowie ein Schieben und Klirren als Stühle zurückgestoßen oder Gläser aus Schreck fallen gelassen wurden.

Der Grund für den plötzlichen Lichtabfall, erkannte Lhoreda, war die „Beleuchtungsanlage“: Der planetarische Nebel, dessen Licht verstärkt wurde, verschwand zur Seite.

Das Schiff muss abgedreht haben, dachte sie und blickte im fahlen Restlicht zu Ferdinho, der wie einige andere Passagiere ebenfalls aufgestanden war.

„Das Schiff muss abgedreht haben“, murmelte er, was Lhoreda ob der übereinstimmenden Worte etwas amüsierte. In diesem Moment wurde es aber schon wieder hell, denn nun sprangen die normalen Lichtkörper an. Das verstohlene Restlicht und die wasserleichenblassen Gesichter nahmen wieder Farben an, die für Menschen als gesund gelten durften.

Lhoreda wandte sich an den Kommandanten: „Was könnte die Kursänderung bewirkt haben?“

„Asteroiden, Gasblasen oder anderes“, lautete die knappe Antwort, die kurz darauf durch eine allgemeine Durchsage bestätigt wurde.

Der Erste Offizier gab bekannt, es sei der Besatzung und der Reederei außerordentlich unangenehm, dass man die Gäste kurzzeitig vom Feiern abhalten musste und man versichere, dass dies die einzige Störung des Abends sei.

Wie zur Bekräftigung erhob sich Gharun Ferdinho nun zu voller Größe und richtete nochmal ähnliche Worten an die anwesenden Gäste. Der Saal beruhigte sich wieder und ging seinen eigenen und natürlich sehr viel wichtigeren Beschäftigungen nach.

Doch erneut wurde man unterbrochen. Der Aufschrei einer jungen Dame nahe der Terkonitfenster führte dazu, dass sich erneut viele der Gäste, diesmal etwas ungehaltener, dem Spektakel zuwandten ... und erstarrten.

Hinter der Scheibe, in einem Abstand von vielleicht zwanzig Metern, trieb ein humanoider Körper vorbei. Nach den langen Haaren und der Silhouette, die sich vor dem leuchtenden Nebel abzeichnete, war es wohl eine Frau.

Lhoreda saß einfach nur da und musste unwillkürlich an ihre zurückliegenden Worte denken. Recht ereignislos.

Nun, dies würde sich ändern.


Die folgenden Stunden waren so ereignisreich, aber ergebnislos, dass eine detaillierte Wiedergabe den Rahmen sprengen würde.

Die Leiche wurde per Transmitter an Bord gebracht und in einem abgeschlossenen Areal der medizinischen Station aufgebahrt und untersucht. Sie, eine Halbarkonidin, starb eindeutig durch das Vakuum im Weltraum, dem sie ungeschützt ausgesetzt war. Ihre Lungenbläschen waren durch den starken Unterdruck geplatzt. Lhoreda strich über ihre Haut und stellte fest, dass sie sich wie Glas anfühlte. Die weißen Haare mit feinen schwarzen Strähnen waren ganz kraus. Durch einen einfachen Biometrie-Test stellte der Autopsieroboter fest, wer die Person war: Aliae Ojaris, eine Passagierin an Bord der EOS. Kabinennummer NGZ D III-72.

Sie war die wütende Frau mit dem Paket. Lhoredas Zimmernachbarin.

Das machte den Fall für Lhoreda noch intimer. Zunächst war es ein Mord, wie bei Charles. Dann auch noch ihre Zimmernachbarin. Also eine Person aus Lhoredas unmittelbarer Umgebung.

Nur hatte Lhoreda noch nie einen Mordfall bearbeitet. Aus einem Erfahrungsschatz konnte sie also nicht greifen. Auch würde sich die Aufklärung als äußerst schwierig erweisen, denn in rund zwei Stunden begann das Jahr 1200 NGZ. Also waren alle möglichen Zeugen auf den verschiedenen Neujahrsfeiern im Schiff verteilt – und die Feiern für Verhöre kurzfristig abzublasen hatte ihr Gharun Ferdinho verboten. Es würde einer Insolvenzerklärung des Reeders gleichkommen, hatte er gemeint.

Also würde alles wie geplant ablaufen. Die Gäste, die vom Mord bereits wussten, wurden jedoch zur geschlossenen Gesellschaft erklärt. Man würde sich am Neujahrstag damit beschäftigen. Aber das gefiel Lhoreda nicht.

Schulden ins neue Jahr mitnehmen war noch nie gut.

Doch zunächst zog sie sich um. Nach einer Feier war ihr nicht mehr.

Inzwischen war ihre besondere Rolle an Bord auch deutlich ins Auge gestochen, denn im Ballsaal durfte niemand außer ihr dem Kommandanten in die Leichenhalle folgen.

Also zog sich Lhoreda in ihr Quartier zurück und wechselte die Kleidung. Das elegant anzusehende Kleid fand sich schnell auf dem Boden und sie sich in einem praktischeren Dress wieder.

Dann befasste sie sich mit den Daten, die ihr über Ojaris vorlagen. Ferdinho hatte ihr zumindest Zugang zu den Passagierakten gewährt. Viel konnte sie aber nicht erfahren.

Tag der Buchung, Buchender, Name des von der Buchung Begünstigten, Tag der Anreise, Versicherung und Versicherungshöhe, Wohnklasse und so weiter und so fort. Alles half ihr im Moment nicht und so legte sie die Akte erstmal beiseite.

Lhoreda konnte aufgrund der Order Ferdinhos heute ohnehin nichts ausrichten, also ließ sie sich enttäuscht aufs Bett fallen und grübelte.

Denk nach, Mädchen. Wer kommt hierfür in Frage?

Als erste Person fiel ihr natürlich der arkonidische Stewart ein. Ginor da Kudirons Stolz und Gesäß waren von Aliae angekratzt worden und die alten Arkoniden hatten wegen gekränkter Gefühle oft genug Blutfehden begonnen.

Aber nein; sie traute dem Mann eine solche Tat eigentlich nicht zu. Er war arrogant, aber dafür schien er ihr zu feige.

Dann kam Lhoreda eine Idee und sie sprang auf, schritt zu dem beschädigten Paket und besah es sich. Es war in Silberfolie verpackt, aber ohne postalische Siegel oder Markierungen. Also musste es von Bord stammen. Sie öffnete es ... und war irritiert.

„Zettel?“, stieß sie in den Raum und griff nach einem der zerfetzten Blätter. „Nein, Moment. Keine Zettel, sondern ... ja, Rechnungen. Ziemlich hohe Rechnungen.“

Dann stießen ihre suchenden Finger auf etwas Hartes. Im ersten Moment fürchtete sie bereits eine Bombe oder einen anderen Sprengsatz, aber dann schallt sie sich einen Narren. Der Stewart ließ es fallen und Aliae hatte danach getreten. Jede Bombe hätte bei solchen Erschütterungen hochgehen müssen.

Sie schob die Rechnungsfetzen weg und legte eine Schatulle frei. Sie nahm das kleine Objekt heraus und besah es sich: Eine schwarze, samtene Oberfläche. Quaderförmig. Sie öffnete es.

Musik setzte ein und ein Hologramm erschien.


Zwei in sich verschlungene Gestalten tanzen in der Leere der Ewigkeit, untermalt von den rhythmischen Klängen eines Liebeslieds. Eine hintergründige Stimme singt. Liebe auf den ersten Blick. Silhouetten im morgendlichen Dämmerlicht. Liebkosungen tauschend, sich Küsse gebende Gestalten. ...


Lhoreda schlug nach Sekunden lähmenden Schmerzes die Spieluhr zornig zu und knallte sie auf die Tischfläche.

Sie schluckte schwer und rang zittrig nach Luft. Blind nahm sie einige Schritte Abstand von dem Kästchen. Ihr fiel das Atmen schwer und sie öffnete wieder ihre Augen. Tränen standen darin.

Charles wurde vor über einem Jahr ermordet, aber sie spürte den Schmerz in diesen Momenten stärker als alles andere.

Das war ihr Lied, was da gespielt wurde.

Es war Jahre her und er hatte es im Scherz gemeint, aber Lhoreda behielt es im Gedächtnis. Sie trug und nährte diese Erinnerung in sich, bis diese ein Teil ihres Selbst war und sie unbedingt daran glaubte – oder daran glauben wollte.

Dieses Lied nun wieder zu hören war ... schrecklich. Dieses Stechen in der Brust hatte Lhoreda nicht erwartet. Ein Schauer lief ihr über den Rücken und sie fühlte sich in ihrer eigenen Haut plötzlich unwohl. Sie war traurig überrascht, dass es auch noch nach so langer Zeit in ihr derart weh tat.

„Nein, nein, nein!“, ermahnte sie sich, „Konzentriere dich. Du hast etwas zu tun. Ver-“ ... -schwende keine Zeit.

Sie konnte es nicht laut aussprechen, weil ihr dieser Satz sofort wie ein Sakrileg vorkam. Zeit und Gedanken an ihn verschwenden. Am liebsten hätte sie sich selbst geohrfeigt, dass sie überhaupt so etwas dachte.

Er war ihr Mann – und sie hatte ihn geliebt.

Aber sie hatte recht. Dies gehörte nicht hierher.

Sie drängte die Tränen zurück. Die starke Lhoreda übernahm die Kontrolle und wischte die Augen trocken, versuchte sich zu sammeln.

Sie wandte sich von dem Kästchen ab – es war für sie zu Pandoras Büchse geworden. Mit einem Räuspern drehte sie sich dem Paket selbst zu. Die letzten traurigen Gedanken unterdrückend und ignorierend, stürzte sie sich in die Analyse der Rechnungen:

Sie endeten auf dem Tisch, denn Lhoreda schüttete sie allesamt aus, um sie zu sortieren. Bei der Masse an Material war es eine Sisyphos-Arbeit.

Nach einer halben Stunde, es war inzwischen 23 Uhr durch, gelang es ihr, vier Rechnungen zu ihrer ursprünglichen Komposition zusammenzufügen. Drei der vier ausgestellten Zettel gingen auf Allergie-Therapeuten zurück und auf etwas, das sich wohl Morbus ferm vulgaris nannte.

„Also irgendeine Krankheit“, murmelte Lhoreda und gab diese Stichworte in den Schiffscomputer ein. Die Syntronik gab nach wenigen Momenten eine Liste mit mehreren Ergebnissen an und hob ein Stichwort aus der PP-Enzyklopädie besonders hervor.

Die Ferm-Krankheit, so hieß es dort, ist eine durch Transitionen hervorgerufene Allergie, die bislang ausschließlich bei arkonidisch-lemuriden Völkern aufgetreten ist. Der genaue Krankheitsverlauf ... interessierte Lhoreda nur marginal.

„Moment“, entfuhr es ihr plötzlich und sie las sich die Absätze erneut durch. Ihre Gedanken begannen zu rasen.

Die Krankheit befiel nur Arkoniden. Aliae war eine Halbarkonidin. Sie war tödlich, aber therapierbar. Die Rechnungen – jede mindestens ein halbes Jahr alt – bewiesen, dass sie therapiert wurde. Es war sehr teuer. Also musste jemand sehr viel dafür bezahlt haben.

Da fiel Lhoreda wieder etwas ein.

Hektisch kramte sie nach dem Speicherkristall und rief die Akte über Ojaris auf. Sie las die Angaben erneut und stockte plötzlich bei der Zeile Name (Buchender). Dort stand der Name Anthon da Horal.

Ein Arkonide. Eindeutig.

Doch bewies das bereits etwas?

„Komm schon, denk, denk“, drängte sich Lhoreda. Sie hielt nichts mehr auf dem Sessel vor dem Syntronik-Terminal. Sie sprang auf und ging stur durch ihr Zimmer, die kleine Kabine dauernd auf- und abgehend. Laut sprach sie zu sich: „Nehmen wir an: Anthon ist der Partner von Aliae. Sie hatte diese Krankheit, hat sie aber überwunden. Das hat viele Galax gekostet. Anthon hat viel ausgegeben. Jetzt ist Aliae auf einer Luxusreise, die Anthon bezahlt hat. Er schickt ihr dieses Paket mit den Rechnungen und der Spieluhr. ... Sie ... Sie sieht das Paket. Sie rastet aus und rennt aus ihrer Kabine. Wenig später ist sie tot. Womöglich Selbstmord aus Kummer?“

Doch diesen Gedanken verwarf sie sofort wieder. Aliae hatte das Paket nicht einmal geöffnet – und wenn dieses Paar keine besonderen Verpackungsbänder für schöne und schlechte Geschenke besaß, konnte Aliae auch nicht wissen, was im Paket war.

Es musste also einen anderen Grund geben – nur welchen? Aber wichtiger war noch: Wer war ihr Mörder? Ein Gast? Ein Angestellter der EOS? Lhoreda grübelte.

Und sie stieß fast einen Stuhl um, als sie aus ihrer Kabine rannte. Sie hatte die Antwort. Der Arkonide hatte sie ihr geliefert.


„Miss Machecoul, ich hoffe wirklich, dass der Grund so wichtig ist, wie Sie behaupten“, meinte Gharun Ferdinho erregt. Immerhin hatte diese Frau ihn geradezu aus dem Festsaal in sein leeres Büro geschleift.

„Ich brauche Ihr Passwort. Öffnen Sie die Akten für das Schiffspersonal.“

„Worum geht es?“

„Um den Mord.“

„Ich sagte doch, dass Sie-“

„Ich nehme ungern Schulden in ein neues Jahrhundert“, antwortete sie trocken.

Eigentlich hätte er die Frau aus seinem Büro jagen sollen, aber ihr fordernder Blick ließ ihn stattdessen seinen Überrangcode eingeben, der alle Personalakten freischaltete.

„Und nach was suchen Sie?“

„Nach der Bemerkung eines Fluchenden“, lautete die geheimnisvolle Antwort. Einige wenige Stichworte reichten ihr anscheinend, denn als sie die Akte eines Stewarts geöffnet hatte, das konnte Ferdinho noch erkennen, jauchzte sie auf.

„Wo ist sein Einsatzplan für heute Abend?“

Nun spiegelte sich ein zufriedenes Lächeln auf Gharuns Gesicht, denn endlich war er einmal in der überlegenen Position.

„Kommen Sie mit.“

Inzwischen waren es nur noch zehn Minuten bis zum großen Feuerwerk. Auf dem Weg erklärte Lhoreda ihre Vermutung.


Sie zog ihren Ärmelstrahler. Missmutig ruhte der Blick des Kommandanten auf der Waffe: „Man hatte mir versichert, dass Sie keine Waffe tragen würden.“

„Man hatte mir versichert, dass es ein erholsamer Ausflug werden würde. Wir wurden beide belogen.“

Der Weg führte sie zurück in den Spa-Bereich. Dort trennten sie sich.

Einzeln durchquerten sie die Menschenmenge, die sich unter der Aussichtskuppel zusammengefunden hatte, um in acht Minuten das holographische Feuerwerk zu bewundern. Unter den irritierten bis herablassenden Blicken der Gäste durchstreifte Lhoreda die Menge, hielt Ausschau nach einem bestimmten Stewart.

Schließlich entdeckte sie schlohweißes Haar. Er hatte ihr den Rücken zugewandt und bediente gerade zwei Damen in freizügiger Abendkleidung. Eine perfekte Gelegenheit.

Langsam und zielstrebig arbeitete sie sich von hinten an den Mann heran. Sie griff ihn mit der rechten Hand, schlang diese um seinen Hals und riss ihn zu Boden.

Der Arkonide röchelte. Lhoreda konnte sein Gesicht erkennen.

Und sie ließ ihn los.

Sie fluchte und einige andere Gäste betrachteten sie wie eine zoologische Kuriosität.

Ihr Opfer hingegen kam wieder zu Luft und beschwerte sich hustend. „Sie ... schon wieder? Was fällt Ihnen ein? Ich ... bin Ginor da Kudiron! Finden Sie etwa Gefallen-“, wurde er durch klirrendes Geschirr, aufschreiende Gäste und brechendes Holz unterbrochen.

Lhoreda war sofort auf den Beinen und ließ den wütenden und irritierten Ginor zurück. Mit schnellen Schritten und einem gezogenen Strahler schob sie sich den Weg frei und war schnell am Ursprungsort des Lärms. Sie fand Ferdinho mit dem Gesuchten ringend am Boden. Die schwarze Haut des Kommandanten und die weiße des Arkoniden bildeten dabei einen extremen Kontrast.

Lhoreda bereitete der Prügelei mit einem Strahlerschuss auf eine andere Liege und einem durchdringenden „Stopp!“ ein Ende.

Beide sahen sie irritiert an, bevor dem Kommandanten gewahr wurde, dass er nicht zur Anklage stehen würde. Er stand auf, strich seine Kleidung glatt und zerrte den feingliedrigen Arkoniden hoch.

„Ich lasse mir dieses infame Gehabe nicht gefallen!“, ereiferte sich der Stewart.

„Anthon da Horal, nehme ich an?“, fragte Lhoreda ganz nonchalant und deutete mir ihrem Strahler auf den Mann. „Anthon, ich beschuldige Sie des Mordes an Aliae Ojaris.“

Ein Raunen ging durch die Gästemenge, die sich inzwischen wie ein Publikum um die drei Akteure gescharrt hatte. Lautes Gemurmel erklang.

Der Arkonide entgegnete lediglich mit einem verächtlichen Schnauben. „Wie wollen Sie diese Behauptung beweisen?“

„Versicherungsbetrug“, entgegnete Lhoreda schlicht.

Die Augen des Mannes wurden schmal.

„Wusste ich es doch“, meinte Lhoreda. „Sie haben Aliae getötet, um das Geld ihrer Versicherung zu kassieren. Die Therapierung ihrer Ferm-Krankheit muss ziemlich teuer gewesen sein. Allein eine der Rechnungen belief sich schon auf über fünftausend Galax.“

„Glauben Sie wirklich, ich hätte meine Partnerin getötet, nur weil sie mich zu viel gekostet hat? Ihre rassistische Meinung von Arkoniden kenne ich nicht, aber wir sind kein ehrloses Volk.“

„Aber ein arrogantes“, entgegnete Lhoreda und eine scharf einatmende Welle ging von den Gästen aus. Weiteres Murmeln erklang, das sich aber bald wieder legte.

„Sie haben“, führte sie weiter aus, „Aliae das Paket zukommen lassen, mit den Rechnungen als Füllmaterial und der ... Spieluhr darin. Aliae hat die Aussprache mit Ihnen gesucht und Sie haben den Moment genutzt, sie aus dem Weg zu schaffen. Lediglich zwei“, sie hob eine ebensolche Zahl an Fingern, „Komplikationen haben Ihren Plan verdorben. Erstens haben Sie nach dem Mord nicht mit der Kurskorrektur der EOS gerechnet. Zweitens hatte Aliae das Paket nicht angenommen und Ginor da Kudiron fast niedergeschlagen. Er war wohl in seinem Stolz verletzt und ging dann einfach. ... Achja, und Sie haben nicht mit mir gerechnet. Ich nahm das Paket selbst. Ich wollte es Aliae geben, wenn sie sich beruhigt hätte, doch das hatte sich nach ihrem Tod erübrigt. Also öffnete ich es, um nach möglichen Spuren zu suchen und wurde fündig. Der Rest war nur noch Kombinationssache. Liege ich richtig?“

Voller Hass blickten die albinotisch roten Augen Anthons sie an. Schließlich sackte er im Griff des Kommandanten zusammen und gestand zähneknirschend. „Ja.“

Jemand rief: „Schuldeingeständnis! Hat das jemand aufgenommen?“

Anthon ließ sich davon nicht beeinflussen. „Ich wollte die Schuld Ginor anlasten.“

Besagter anderer arkonidischer Stewart ereiferte sich aus einiger Entfernung lautstark: „Was? Wissen Sie überhaupt wer ich bin? Ginor da Kudiron! Ich-“

„Ich weiß wer du bist, verdammter Thor!“, giftete Anthon ihn an. „Deswegen. Du eitler und arroganter Kerl. Ich wäre der trauernde Partner gewesen und du der aufgeblasene Arkonidenfürst, der einer Mischlingsliebe ein Ende gesetzt hätte.“

Inzwischen waren aus der Menge zwei bullige Matrosen aufgetaucht, die Anthon vom Kommandanten übernahmen. Einer der beiden fixierte die Hände des Arkoniden, dem anderen reichte Lhoreda ihren kleinen Strahler. Bevor er abgeführt wurde, fragte Lhoreda noch: „Nur eines verstehe ich nicht. Warum war Aliae so wütend, als sie das Paket sah?“

Anthon blickte nach unten. Er antwortete entkräftet: „Sie war eine sehr stolze Frau. Hatte mein Geld für die Therapie widerwillig akzeptiert, aber wollte sich danach von mir trennen - wegen dem Geld. Ich hätte sie mit den Zahlungen entehrt. Sie wusste, was ich ihr schicken würde. Und die Rechnungen sollten sie reizen.

Ich war wütend auf sie und hasste sie. Sie hatte mich fast arm gemacht, weil ich wollte, dass sie lebt. Das hätte doch auch umgekehrt funktionieren müssen ...“

Dann wurde er abgeführt.

Noch während das Trio den Saal verließ, bemerkte einer der Gäste, dass bereits Neujahr sei. Nach kurzer Verwirrung, erhob sich eine Welle aus Stimmen und Geräuschen. Glückwünsche wurden ausgetauscht und Sektgläser aneinander gestoßen.

Gharun Ferdinho kam auf Lhoreda zu. Nach dem Kampf mit Anthon war seine Abendkleidung an vielen Stellen zerrissen. Eine seiner Epauletten hing an der Schulter herunter. Er sah Lhoreda mit einem strafenden und lobenden Auge an.

„Sie haben zwar die Silvesterfeier verdorben, aber den Gästen eine wunderbare Show geboten“, flüsterte er.

„Das war mir am Ende recht egal“, gestand sie.

„Beim Landgang auf Plophos werden wir Anthon an die Behörden der Liga übergeben, aber die EOS wird noch über drei Wochen kreuzen. Was haben Sie vor? “

„Erstmal werde ich lange schlafen“, entgegnete sie müde.

Lhoreda fühlte sich jetzt urlaubsreif.

Mittwoch, 20. April 2011

[Rezension] "Die Messertänzerin"

(Wien 2011; Verlage Ueberreuter; Autor: Susanne Rauchhaus; 366 S.; 14,95 €)

 

Klappentext

Divya wird als Kind verkauft und wächst als Dienerin an einer Mädchenschule in der Stadt Pandrea, mitten im Wilden Land, auf. Eine rätselhafte Prophezeiung lässt sie aber daran glauben, dass sie nicht immer zur untersten Kaste gehören wird - wenn sie bereit ist zu lernen und zu kämpfen.

Eines Tages tritt der düstere Wächter Tajan in ihr Leben und sie ergreift ihre Chance. Heimlich lernt sie zu kämpfen wie ein Mann - und zu tanzen wie eine Frau. Als sie einen Mordauftrag bekommt, muss sie eine Entscheidung treffen. Und damit macht sie sich den Mann, den sie liebt, zu ihrem erbittersten Feind.

Rezension

Ich gebe zu, dass "Mädchenromane" nicht zu meiner normalen Lektüre gehören. Und bei diesem Roman hatte ich besagtes Detail zunächst übersehen - dennoch war es ein Genuss! Susanne Rauchhaus' Fantasy-Welt wirkt geradezu plastisch und greifbar. Die Schilderung der unterschiedlichen Kasten in Pandrea, die Erklärung der Götterwelt, der historische Abriss mit dem Regime Fürst Warkans und der alten demokratischen Regierung - allesamt sehr gut dargestellt. Auch Alltagswelten der Protagonistin Divya und ihrer Freundin Jolissa rief sehr greifbare Bilder in meinem Kopf hervor. Die Autorin versteht ihr Handwerk in diesem Zusammenhang sehr gut und die Handlungen und Motive der Charaktere sind klar und, entsprechend der Charakterisierung, völlig nachvollziehbar.
Ein Punkt, der mich beim Lesen leicht störte, war die etwas naive Sicht auf die Rebellion gegen den Fürsten Warkan. Warkan wird mir mit seinem simplen Machthunger zu eindimensional dargestellt - außerdem ist die Bevölkerung und jede Kaste der Stadt zu schnell bereit, sich der Rebellion anzuschließen und ihn zu stürzen. Da wäre noch etwas mehr drin gewesen als die Auflösung hergibt - die ich an dieser Stelle aber nicht verraten möchte, denn spannend ist sie trotzdem Auch ist mir die Romanze zwischen Divya und dem Sujim-Wächter Tajan zum Ende hin etwas zu kitschig. Das liegt allerdings auch daran, dass ich nicht zu Zielgruppe des Romans gehöre - ich bin kein Mädchen ab 14 Jahren! Und meine Kritik ist auch nur eine subjektiv begründete. Denn der Roman selbst liest sich sehr spannend und interessant. Die Welt von Pandrea wird gut eingeführt und erklärt. Aufkommende Unklarheiten beim Lesen (bestimmte Begriffe oder Bräuche) werden recht schnell aufgelöst oder erklärt.

Noch einmal meinen Dank an den Ueberreuter-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das schwierigste Problem hat die Autorin mit Bravour gemeistert, denn eine gute und nachvollziehbare Fantasywelt auf gerade mal 366 Seiten zu kreieren, die zudem noch nachvollziehbare Charaktere beinhaltet und in der man sich als Leser wohlfühlen kann, ist nicht leicht. Dafür meinen Respekt!
Ich habe Divya, Tajan und die anderen während des Lesens jedenfalls lieb gewonnen und Anteil an ihrem Schicksal genommen. Das Buch ist den Kauf auf jeden Fall wert!

Kurzbewertung

Auf jeden Fall für die Zielgruppe geeignet, aber bietet auch für andere interessante Lesestunden!

Dienstag, 19. April 2011

[In eigener Sache] Ich kann Facebooken!

Wie so ziemlich jeder und alles habe auch ich nun die Unsitte begangen und mich mit der Schmuddelecke bei Facebook angemeldet. Die Fanseite "Schmuddelecke: Lesen und Leiden des jungen C." ist erstellt und künftig werden alle Blogeinträge auch dort gepostet werden. Den Link findet Ihr hier.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr die Seite zu euren Favoriten hinzufügt und immer über neue Blogeinträge Bescheid bekommt:




Sonntag, 17. April 2011

[abc-Challenge] Mein Alphabet, Stand April 2011


Wie hier angekündigt, habe ich meine bisherigen Rezensionen mal gebündelt und aufgelistet - was an sich nun keine Schwerstarbeit war, denn meine Leseliste enthält ja bereits alle Romane in alphabetischer Reihenfolge, hi hi. Ich musste die Liste nur entsprechend der Wettbewerbsregeln anpassen, denn meine Kategorisierung erfolgte etwas anders.

Hier nun also die Liste:
A -
B -
C -
D -
E -
E - Exponentialdrift (Andreas Eschbach)
F -
G - Gene Roddenberry's Andromeda: Gefangen im Schwarzen Loch (Frank Rehfeld)
H - Die Haarteppichknüpfer (Andreas Eschbach)
I -
J - Die Jagd auf den Meteor (Jules Verne)
K - Star Wars: Die Kundschafter
L -
M -
N -
O -
P -
Q -
R -
S - Doctor Who: Stealers of Dreams (Steve Lyons)
T -
U -
V - Star Wars: Die Verschollenen
W -
X -
Y -
Z -

Damit sind bereits 7 von mindestens 12 Romanen gelesen. Und die nächsten Titel, die ich lesen werde, sind ebenfalls gute Kandidaten, diese Auflistung zu erweitern!

Samstag, 16. April 2011

[Interna] Wie versprochen ...

... in meinem Beitrag "Ich bin 1000 geworden" wollte ich ja die Namen derjenigen Leser erwähnen, die inzwischen zum Blog hinzustießen. Und 10 Tage nach dem ursprünglichen Beitrag hat sich da einiges getan! Seit dem Stichtag 6. April kamen insgesamt 4 neue Leser - das sind je ein Leser alle 2,5 Tage - und durfte ich weitere 161 Besucher und Voyeure begrüßen - also im Schnitt 16 pro Tag!

Hier könnt Ihr nochmal die alte Statistik einsehen. Ich bin überrascht, stolz und geschmeichelt, wie sehr das nach oben ausgerissen ist. Ihr seid toll! Und besonders bedanken möchte ich mich bei meinen neuen Lesern (und verlinke hier auch gleich ihre Blogs):

- Mikage
- Ayanea
- KatarinaLiest
- Nazurka

UPDATE (20.04.2011)

Und kaum vier Tage später darf ich mit Jennifer meinen numehr zehnten regelmäßigen Leser begrüßen! Und mit 61 neuen Besuchers und Voyeuren hat sich die Statistik in der letzten halben Woche so verändert, dass etwa 15 Personen pro Tag meinen Blog besuchen. Im totalen Durchschnitt hat sich mein Besucherlevel von 11 Personen pro Tag (Stand 07.04.) auf 12 Personen erhöht; also besucht diesen Blog statistisch eine Person alle zwei Stunden - Tag und Nacht, Sommer und Winter, bei Sonne und Regen.
An dieser Stelle nochmal ein dickes Danke an euch! :)

Freitag, 15. April 2011

[Challenge 2011] abc-Challenge



Neben den "12 Bücherzeiten" der Bücherelfe habe ich mich jetzt dazu entschlossen, eine weitere Challenge anzunehmen. Die "abc-Challenge" der beiden Bloggerinnen Pia von Herzensbücher und Shiku von Muh, das Telefonbuch. Ziel des einjährigen Wettbewerbs (genauer gesagt vom 1.1.2011 bis 16.12.2011) ist es, mindestens 12 Bücher zu lesen, deren Titel unterschiedliche Buchstaben im Alphabet sind.

Alles klar? Hier nochmal der genaue Wortlaut des Wettbewerbs:

2011 müssen mindestens 12 Bücher mit jeweils verschiedenen Buchstaben gelesen und rezensiert werden. Ihr könnt natürlich nur die 12 Bücher abarbeiten und dann erhaltet ihr 1 Los für die Endverlosung, aber ihr könnt euch natürlich auch noch extra Lose verdienen. Wenn ihr zwei Buchstaben mehr abgearbeitet habt kriegt ihr 1 extra Los (Wenn ihr 4 mehr habt 2 und so weiter...).
Die Regeln:
  • Wenn ihr ein Buch wie zum Beispiel "Die Unendliche Geschichte" lest, dann zählt nicht der Artikel, sondern "unendliche Geschichte". Das Buch wird also unter U verzählt.
  • Die Bücher müssen rezensiert werden
  • Die Bücher sollten bitte auf - jenachdem was ihr habt - einer Seite aufgelistet werden. Also zum Beispiel so eine Liste: A = All die ungesagten Wörter, B = (die) Beschenkte ...
  • Es gelten nur Bücher, die 2011 gelesen wurden!
  • Wenn ihr ein Buch mit dem Anfangsbuchstaben Ö, Ü oder Ä habt, dann werden die Umlaute aufgeteilt - also oe, ue, ae.
  • Wenn eine Reihe mit einem Bindestrich (Bartimäus - Auge des Golem) verbindet wird, wird er "Untertitel" benutzt (Auge des Golem wird also dann unter A verzählt). Wenn man aber einen Titel wie zum Beispiel "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" hat (Also ein Titel der sozusagen mit einem und verbindet wird), dann wird das H benutzt.
Im Detail kann die Challenge auch hier nochmal nachgelesen werden. Und jetzt muss ich mal schauen, welche Buchstaben ich schon abhaken kann. Ich informier euch dann in einem baldigen Post!

Donnerstag, 14. April 2011

[SuB] Mein fahler Freund

Diesmal hat mich der Klett-Cotta-Verlag überrascht und mir ein Rezensionsexemplar zu "Mein fahler Freund" zugeschickt, ein Liebesroman der etwas anderen Art. Sie ist jung, attraktiv und hat einen Puls. Er ist ein Zombie. Ich freue mich auf unterhaltsame und gruselige Lesestunden!

Der Klett-Cotta-Knaller!

An dieser Stelle möchte ich dann nochmal explizit bei den netten Leuten von Klett-Cotta für das Rezensionsexemplar bedanken! Die Lieferung ging echt schnell und ich freue mich sehr auf die Lektüre und Rezension.

Der Verlag Klett-Cotta

Sonntag, 10. April 2011

[Rezension] Die Haarteppichknüpfer

(D 1998; Verlag Heyne; Autor: Andreas Eschbach; 323 S.; 12,90 DM)


Klappentext

In einer anderen Welt, in einer anderen Zeit ... Seit undenklichen Zeiten knüpfen sie Teppiche für den Hof des Kaisers - Teppiche aus dem Haar ihrer Frauen und Töchter, so dicht und fein, daß jeder Haarteppichknüpfer nur einen einzigen Teppich in seinem ganzen Leben vollendet. Die Kunst wird vom Vater auf den Sohn vererbt, seit Jahrtausenden, seit dem Anbeginn der Zeit.

Doch eines Tages wird alles anders. Das Reich der Gottkaiser zerfällt, und die Fremden von den Sternen kommen, um der Spur der Haarteppiche zu folgen. Und sie stoßen auf ein Geheimnis jenseits aller Vorstellungskraft.
 
Rezension


Ich empfehle jedem, der mit der Lektüre von Andreas Eschbach beginnt, den Roman "Quest" zuerst zu lesen. "Quest" spielt im gleichen Universum wie "Die Haarteppichknüpfer", nur zeitlich früher. Und es wird deutlich wie die Galaxis Gheera früher aussah. Denn was wir im hiesigen Roman erleben, ist eine öde Welteninsel, ausgebombt, ausgebeutet, verwarlost und vergessen durch das Kaiserreich. Doch warum? Nach dem Sturz des unsterblich scheinenden Kaisers kommen die Rebellen, die ihn stürzten, immer mehr Geheimnissen auf die Spur. Zu diesen Geheimnissen zählt unter anderem die gesamte Galaxis Gheera, deren Bewohner sich für eine Provinz des Kaiserreichs halten und Haarteppiche für den Palast des Kaisers knüpfen. Nur: im alten Kaiserreich hat noch nie jemand etwas von dieser Galaxis oder von den Haarteppichen gehört!


Das Rätsel um diese Galaxis und ihre Bewohner - und natürlich um die Haarteppiche - wird im Roman auf den Grund gegangen. Ich spare, was die Inhalte angeht, absichtlich, denn das Ende des Romans und die Auflösung des Plots ist gewaltig, macht betroffen und erschüttert auf einer emotionalen Ebene ... und ich will euch die Lektüre nicht verderben, indem ich dem vorgreife!

Daher beschränke ich mich v.a. auf die Gestaltung und den Stil: Der Roman (im Original 1995 erschienen) ist das Erstlingswerk Andreas Eschbachs und das bemerkt man auch. Wie bei fast jedem Erstlingsroman werden viele Handlungselemente, viele Personen, viele Geschehnisse und Inhalte auf wenig Raum gequetscht. Einerseits kann man das bemängeln, aber Eschbach griff auf einen interessanten Clou zurück, denn statt einzelner Kapitel hat er den Roman in Dutzende von "Kurzgeschichten" geteilt. Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt, aber greift das zentrale Thema um den Sinn und die Herkunft der Haarteppiche auf. Am Anfang lesen wir von einem Haarteppichknüpfer. Als der seinen Teppich fertig hat und ihn der Tradition gemäß auf dem großen Markt der Stadt dem fahrenden Haarteppichhändler verkauft, blenden wir zum Händler um. Dann wird der Händler auf dem Weg zur Hauptstadt von Banditen überfallen usw. Zu Beginn des Romans glückt Eschbach dieser Kniff hervorragend, denn der rote Faden ist klar erkennbar. Leider verliert er sich zum Ende des Buchs und die Kapitelthemen wirken stellenweise eher zufällig gewählt. Einige der letzten Kapitel hätte man problemlos untereinander tauschen können, ohne dass es Probleme bereitet hätte. Etwas dünn sind auch viele der Charaktere. Allerdings sollen die Meisten der Protagonisten nur wenige Seiten lang im Mittelpunkt stehen. Daher müssen sie keine gewaltige Charaktertiefe aufweisen. Für ihren Zweck sind sie ausreichend und geben dem Roman im jeweiligen Kapitel genug Leben. Denn das Schwierige an dieser Lektüre ist, dass es keine zentrale Hauptfigur gibt; mehr ein Ensemble sich abwechselnder Akteure.

Im Großen und Ganzen jedoch ist der Roman dicht geschrieben, enthält nachvollziehbare, wenngleich gelegentlich etwas zu archetypische Charaktere und ist vor allem: glaubwürdig. Während all der Zeit des (mehrmaligen) Lesens waren alle Personen und Handlungen immer nachvollziehbar und durchaus logisch. (Logisch insoweit, wie die menschliche Psyche jemals logisch sein kann.)
Und bedenkt man, dass der Roman Andreas Eschbachs damaliger Einstieg in die Literaturszene war, so ist das Ergebnis in besonderem Maße beeindruckend. Manche Profis mit jahrzehntelanger Space-Opera-Erfahrung können nicht so schreiben!
Kurzbewertung

Um ein Zitat zu bringen: "Eschbach nehmen und lesen" - gilt besonders für sein Erstlingswerk!

Samstag, 9. April 2011

[SuB] Wenn der Postbote zweimal klingelt ...

... freut sich der C. sehr! Denn besagtes Klingeln kündigte mir ein großes Paket an - und als Inhalt mein Suchtmittel Nr. 1: Bücher!

Das Ueberreuter-Überraschungspaket!

Vor einiger Zeit hatte ich den österreichischen Verlag Carl Ueberreuter angeschrieben und um Rezensionsexemplare gebeten. Aber statt des erwarteten einen Exemplares wurden mir alle drei Romane, die ich im Formular angab, zugeschickt! Ich bin sehr gespannt darauf, sie alle durchzuschmökern. Kurz angelesen habe ich sie alle bereits und mir Susanne Rauchhaus' Roman "Die Messertänzerin" als ersten auserwählt. Danach stehen dann Kate Logans "Nicht alle Geister lieben mich" und Sarah Pinboroughs "Die Bürde des Blutes" an.

Mein Danke gilt dem Ueberreuter-Verlag für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare. Ich möchte mich sehr herzlich dafür bedanken! Die Bewertungen zu den Büchern folgen, so schnell ich mich durch die Seiten wühlen kann, versprochen!

Der österreichische Verlag Carl Ueberreuter

PS: Durch das unerwartete Anschwillen meines SuB sehe ich mich nun auch "gezwungen", die (Zweit-) Lektüre meines aktuellen Romans schnell zu beenden. Rechnet also in den nächsten Tagen mit der Rezension!

Mittwoch, 6. April 2011

[Rezensionsempfehlung] LeseBlüten Fantasy 2011

(D 2011; piepmatz Verlag; Autor: Anthologie; 224 S.; 12,95 €)



Klappentext

Diese Fantasy-Sammlung umfasst 29 Kurzgeschichten von insgesamt 23 Autoren aus Deutschland, Italien und der Schweiz. Das vorgegebene Genre Fantasy findet sich nicht nur in Vampir- oder Drachenerzählungen wieder. Nein, die unterschiedlichen Kurzgeschichten handeln beispielsweise auch von einem Phönix, einem Gnom, einem Multicolor-Karnickel, einem Schattengarten, Katzenfrauen, ganz vielen anderen zauberhaften Wesen oder auch einfach nur Menschen, die Übersinnliches erleben – in ihren Träumen, in Zwischenwelten, in ihrem Leben vor oder nach dem Tod. Ein wahrhaft märchenhaftes Buch voller Zauber, Magie und vor allem viel Fantasie!

Rezension

Eine objektive Rezension wäre es sowieso nicht geworden, also belasse ich es bei einer subjektiven bzw. bei einer Rezensionsempfehlung. Hier liegt nun also meine erste abgedruckte Geschichte. Es ist kein Roman und ich teile mir die 224 Seiten mit 22 anderen Autoren und 28 weiteren Geschichten. Dennoch hoffe ich, zumindest etwas herausstechen zu können. Das zu beurteilen obliegt anderen. Ich verweise nur auf die Kaufmöglichkeiten bei Amazon und direkt beim piepmatz Verlag. Falls Ihr möchtet, schreibt mir einfach einen Kommentar, falls Ihr ein individuell signiertes Exemplare von mir möchtet!

Ansonsten möchte ich den Eintrag auch nicht zu sehr dehnen: Es ist ein tolles Gefühl, die eigene Geschichte abgedruckt und gebunden zu sehen. Bezahlt werde ich zwar leider noch nicht, aber das hier ist auch nur ein bescheidener Anfang. Ich hoffe, Ihr werdet dieses Jahr noch viel mehr von mir sehen und vor allem lesen! Einer Romanveröffentlichung in einem der großen Publikumsverlage wäre der Traum und dem würde ich natürlich auch eine Meldung im Blog folgen lassen und verspreche euch an dieser Stelle, dass es dann Rezensionsexemplare zu gewinnen gibt. Aber einstweilen: Meine erste Veröffentlichung, gutes Gefühl, C. glücklich!

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl als ich diese Seite zum ersten Mal aufschlug!

Übrigens könnt Ihr auch meine Fanpage auf Facebook finden oder auf meiner Autorenwebsite stöbern und einige alte Kurzgeschichten oder aktuelle Romanleseproben begutachten.

Kurzbewertung

Kauft mich! =)

[Statistik] Ich bin 1000 geworden!

Allerdings nicht jetzt, sondern erst am 07.04.2011 um 06:24 Uhr. Und auch nicht Wochen oder Tage, sondern Stunden. Aber da 1.000 eine hübsche, runde Zahl ist, lohnt es sich, mal ein bisschen zu rechnen. Konkret:

Besucher, gesamt: 458 (0,458 Besucher/h = ~11 Besucher/Tag)
Regelmäßige Leser: 5 (0,005 Leser/h = 0,12 Leser/Tag )
Artikel: 25 (0,025 Artikel/h = 0,6 Artikel/Tag)

Alle Werte sind mit Stand vom Eintrag dieses Artikels. Das bedeutet im Klartext, dass, nach den bisherigen Daten, dieser Blog durchschnittlich alle 2,18 Stunden besucht wird, alle acht Tage (also gerundet wöchentlich) einen neuen Leser bekommt und ich alle 1,67 Tage einen Artikel hinzufüge. Und das die ganze Zeit, Tag und Nacht, durchgehend!

Für die bisherige Lebensdauer der Schmuddelecke ist das beachtlich! Und ich danke euch für euer Interesse und eure Treue. Stellvertretend seien hier genannt und verlinkt: Sandra, Andreas, Claudia, Vanessa Mönius und Emmanuel Henné.
Wollt Ihr beim nächsten Jubiläum dabei sein und genannt werden? Werdet regelmäßiger Leser und Ihr werdet es.

Eine Bitte hätte ich nur: Klickt gelegentlich mal auf die eingeblendeten Google-Anzeigen. Das nutzt mir auch! Und ein glücklicher C. bedeutet mehr Blogbeiträge und mehr Rezensionen! :-)

Samstag, 2. April 2011

[Netzfundstück] Reiseliteratur

Ein Beitrag im Mediencircus-Blog hat mich doch überrascht. Das "Land der Denker und Dichter", das man seit Jahren gern im Niedergang sieht, ist anscheinend doch noch zu Literatur fähig; im Urlaub! Unter Angabe meiner Quelle sei hier das Zitat eingebunden (leider gab der Blog nicht an, woher er diese Daten hat, daher lasst bitte Vorsicht walten!):

"1 Prozent der Befragten packen demnach kein Buch in den Koffer, 5 Prozent reisen überhaupt nicht. Bei der Umfrage zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 79 Prozent der Frauen haben im Urlaub Bücher dabei, bei den Männern sind es nur 68 Prozent. Eine große Rolle spielt auch der Bildungsabschluss: 86 Prozent der Befragten mit Abitur schmökern auf Reisen, aber nur gut die Hälfte der Urlauber mit mittlerer Reife oder Hauptschulabschluss."
Die Daten überraschen mich nicht wirklich - und einmal wieder sehe ich meine Geschlechtsgenossen kritisch an: Männer, lest mehr Bücher! Soll ich etwa allein für uns die Quote hoch halten?

Schade finde ich übrigens auch, dass im Blogartikel nicht weiter darauf eingegangen wird, um was für Bucher es sich handelt, wie dick sie im Schnitt sind und - das ist das Wichtigste - ob die Bücher auch wirklich gelesen werden!
Aber wie ist das bei Euch? Hinterlasst mir einen Kommentar, ob Ihr im Urlaub lest oder es wollt, aber nicht dazu kommt. Oder ob Ihr den Urlaub absichtlich buchfrei verbringt? Erzählt es mir! Warum? Weil ich neugierig bin! ;)