Donnerstag, 20. Oktober 2011

Betaphase für Bücher: Betabook

Durch die digitale Vernetzung haen sich unzählige Möglichkeiten aufgetan, welche die Buchindustrie verändern werden. Ganz ausmerzen wird man das Buch nie - und ich hoffe auch, dass es nie passieren wird!  

Doch die Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm hat sich etwas Nettes überlegt, so berichtet eine Business-Seite (siehe hier). Die genannte Verlagsgruppe verlegt vornehmlich Fachliteratur - dass dazu auch IT-Bücher zählen, überrascht nicht, denn die Idee wird bereits in der Videospiel-Industrie seit Jahren praktiziert:
“Ein BetaBook ist ein Buch im Beta-Stadium und die Teilnahme am BetaBook-Programm ermöglicht es Ihnen, schon vor dem Erscheinungstermin die bestehenden Inhalte einzusehen sowie durch Anregungen und Kritik bei der Entstehung mitzuwirken. Teilnehmen am BetaBook-Programm kann, wer das Buch oder das E-Book in unserem Shop kauft und sich auf diese Weise für das BetaBook-Programm registriert. Sie können dann die aktuelle Version des BetaBooks als pdf herunterladen und gleich im Forum aktiv werden.”
Die Grundidee finde ich interessant. Nur frage ich mich, ob dieses Konzept den Autor nicht ein Stück weit entmündigt. Und wie steht es um die überkritischen Fans? Wollen wir wirklich, dass die manchmal etwas am Inhalt ändern können?

Wie steht ihr dazu? Berichtet mir!

Dienstag, 18. Oktober 2011

[Et Cetera] "Hey Mr. Nazi"

Mal etwas Privates und Nicht-Buchbezogenes: Eher durch Zufall stieß ich auf diesen YouTube-Link. Obwohl mich diese Videos im Normalfall nur gelinde beeinflussen, hat dieser Künstler doch Eindruck hinterlassen. Ich kann mich zwar nicht wirklich mit Hip-Hop-Musik anfreunden, aber hier geht es um die Aussage des Songs - und diese ist eine tolle:




Blumio - "Hey Mr. Nazi" (YouTube-Link)

Freitag, 14. Oktober 2011

[NJO-Rezension #1] "Star Wars: Das Erbe der Jedi-Ritter 1 - Die Abtrünnigen"

(München 2000; Verlag: Blanvalet; Autor: R. A. Salvatore; Übersetzer: Regina Winter; 448 S.; 7,50 €)


Klappentext

Mehr als 20 Jahre nach der Rückkehr der Jedi-Ritter wird die Republik wieder von inneren und äußeren Kräften bedroht. Nom Anor, ein charismatischer Anführer, bringt die Leidenschaften zum Kochen und versucht, die aufgeheizte Atmosphäre für sich zu nutzen. Und noch während sich die Jedi auf die inneren Probleme konzentrieren, nähert sich eine weitere Bedrohung unbemerkt vom äußersten Rand der Galaxis...

Und plötzlich befinden sich Luke, Mara, Leia, Han Solo und Chewbacca zusammen mit den Solo-Kindern abermals im Zentrum eines gigantischen Kriegs der Sterne.

Rezension

Wie hier angekündigt, starte ich mit der 19-teiligen Rezensionsreihe zu den Romanen von "Star Wars: Das Erbe der Jedi-Ritter". Zum Einstieg:

Es sind 25 Jahre seit der Zerstörung des Todessterns vergangen. Eine neue Generation reift heran, repräsentiert durch die drei Kinder von Prinzessin Leia und Han Solo: Die Zwillinge Jacen und Jaina und der Jüngste, Anakin Solo. Alle drei sind Schüler an der Jedi-Akademie, die Luke Skywalker in den Jahren nach dem Sieg über das Imperium gegründet hat. Luke selbst ist inzwischen auch verheiratet. Er ging den nahe liegenden Weg, eine Attentäterin zu heiraten, die ihn einst töten sollte: Mara Jade.
Doch was merkwürdig klingt, ist vollständig nachvollziehbar, denn die Ausgangssitation im ersten Roman ist die Folge von etwa drei Dutzend Star-Wars-Romanen und -Jugendromanen. Der Aufbau von Lukes Jedi-Akademie wird in der "Jedi-Akademie"-Trilogie abgehandelt, die Beziehung zwischen Luke und Mara Jade wird in zwei Timothy Zahn verfassten Trilogien abgehandelt: "Erben des Imperiums" und "Hand von Thrawn", Leias und Hans Kinder spielen in der mehr als zwanzigteiligen Jugendromanreihe "Young Jedi Knights" die Hauptrolle. Dazu gibt es noch unzählige Füllromane und auch Comics.

Erstmal abschreckend. Doch keine Bange: R. A. Salvatore wäre kein Meister des Fachs, würde er sich nicht Zeit nehmen, um Charaktere und Schauplätze einzuführen. Den Lesern überrollen die Charaktere und Hintergründe kaum. Zumal sich Salvatore ohnehin mehr auf Eigenes konzentriert. Er führt bist dato unbekannte Planeten und Charaktere ein. Die etablierten Elemente dienen als Füllmaterial im Hintergrund, das später einmal genauer beleuchtet werden kann.

Das ist auch das größte Problem dieses Romans: Er braucht eine gefühlte Ewigkeit, um Fahr aufzunehmen. Mir als Alt-Fan sind all diese Elemente, die hier vorgestellt werden, schon bekannt. Für Neuleser werden sie interessant sein, doch mir waren sie leider schon bekannt. Inhaltlich nichts Neues, wenngleich Salvatore alles gut verpacken konnte.
Schrecklich viel gibt es zum Roman daher auch kaum zu sagen. Er stellt eine in sich abgeschlossene Handlung dar, die gut und gerne auch einen Einzelroman abdecken könnte. Ein erstes Abenteuer mit den außergalaktischen Yuuzhan Vong wird durchgestanden. Der gesamte Roman erscheint mir wie ein kleiner Testlauf, um zu sehen, ob die Hauptcharaktere miteinander arbeiten können, ob die neuen Gegner eine gute Bedrohung darstellen - oder ob das leider ziemlich ausgelutschte Thema einer Alien-Invasion vielleicht doch zu langweilig ist. - Ist es nicht, hier zumindest. Die Yuuzhan Vong mit ihren lebendigen, biologischen Technologien sind sehr interessant. Ihr Krieger- und Blutkult ist zwar etwas schablonenhaft abgekupfert, doch erhoffe ich mir eine stärkere Differenzierung in den kommenden Romanen. Für den Anfang jedenfalls ein interessantes neues Volk, das durchaus die 19 Romane tragen kann.

Für mich entsteht im Erstlingsroman der Reihe jedoch noch keine gewaltige Spannung, wenngleich es einige gute Momente gibt.Einer davon ist - Achtung! - der Tod von Chewbacca! Warum erwähne ich das als guten Moment und nicht als monumentalen oder gar schröcklichen? Weil es mir bekannt war. Ich wurde zu einer Zeit Star-Wars-Fan als Chewie bereits tot war. Das war nichts Neues mehr. Es wurde ja seinerzeit sogar ein Comic-Sonderband herausgegeben: "Star Wars: Chewbacca", in der sich seine Hinterbliebenen während der Trauerfeier an schöne Momente mit ihm erinnerten und wir diese als Einzelepisoden-Comics dargestellt bekamen.
Jedenfalls war Chewbaccas Tod für mich nichts Neues, ich hatte es bereits verarbeitet. Daher empfand ich die Stellen, in der er starb, eher als "befriedigend", denn: Chewie starb als Held. Ohne zu viel Inhalt verraten zu wollen: Er rettete den Sohn seines besten Freundes auf einem zum Untergang verurteilten Planeten. Es brauchte einen abstürzenden Mond, um Chewbacca zu töten. Wenn das nicht episch ist!

Gleichzeitig sollte Chewbaccas Tod eine neue Ära in Star Wars einläuten. Es war quasi der erste Mitesser, der die Pubertät ankündigte: Star Wars wurde düsterer, erwachsener. Bis dato herrschte die übliche Märchenerzählung vor. Der Held muss Prüfungen durchstehen, bei dem vielleicht ein paar Gefährten mal auf der Strecke bleiben, aber am Ende rettet er den Tag oder die Prinzessin.
In "Das Erbe der Jedi-Ritter" ist damit Schluss! Hier sollte gezeigt werden: Auch die Hauptcharaktere können sterben. Ich finde diese Einstellung nicht falsch, das sorgt generell für mehr Spannung, denn man weiß nicht sicher, ob der Held diese Schießerei im zweiten Kapitel wirklich überlebt. Und da die neuen Star-Wars-Romane eher Ensemble-Stücke sind, wäre es auch nicht das Ende des Romans, stürbe einer der Charaktere.

Eine Sache, die mir nicht gefällt: Der Titel ist nichtssagend. Abtrünnige? Welche Abtrünnigen? Im gesamten Roman kommt mir hier nichts so vor, als könnte es diesen Titel rechtfertigen. Die Übersetzung ist soweit in Ordnung, wenngleich mich seinerzeit beim ersten Lesen (um 2001) die Frage- oder Ausrufezeichen am Ende der parenthetischen Nebensätze irritierten. Seit Jahren benutze ich sie allerdings auch selbst.


Kurzbewertung

Ein solider Start in die neue Ära!

[NJO-Rezension #4] "Star Wars: Das Erbe der Jedi-Ritter 4 - Der Untergang"

(München 2003; Verlag: Blanvalet; Autor: James Luceno; Übersetzer: Andreas Helweg; 349 S.; 8,00 €)


Klappentext

Während der gnadenlosen Attacken einer unerbittlichen Alien-Streitmacht, stirbt der ehrenwerte Chewbacca den Heldentod - und der gebrochene Han Solo wird wieder zum einsamen Kämpfer. Er lehnt sogar die Hilfe von Leia und Luke ab und will nur noch eines: den Verräter entlarven, der Chewbacca auf dem Gewissen hat. Doch bei seiner Mission deckt Han ein weitaus gefährlicheres Übel auf: Eine finstere Verschwörung zielt auf das Herz der Neuen Republik. Und nur mit der Hilfe eines unerwarteten Verbündeten kann Chewbaccas Tod gesühnt werden...

Rezension 

Die Yuuzhan Vong stoßen weiter in die Galaxis vor und bringen Obroa-skai zum Fall. Dies wird zum Startpunkt für die ganze Handlung. Mit Obroa-skai erhalten die Vong einerseits viele nützliche Informationen über die Ungläubigen der Galaxis und andererseits darf James Luceno zeigen, wie das Gesicht der mächtigen Politiker wirklich ist. Staatschef Borsk Fey'lya und die Seinen lassen willentlich den Fall einer Weltbibliothek zu, nur damit ihre eigenen Planeten weiterhin geschützt bleiben. Denn die Neue Republik besitzt ihre Flotten, aber schützt damit die fernen Kernwelten der Galaxis. Coruscant, Kuat oder Bothawui. Randwelten wie Obroa-skai sind Kollateralschäden; ebenso wie der Meridian-Sektor oder Ord Mantell. Auf letzterem muss Botschafterin Leia sich nämlich ähnlichen Problemen stellen, wobei die Haltung der mantellianischen Politiker hervorragend arrogant dargestellt wird: Man wolle keine Flüchtlinge aufnehmen, da diese die wunderschöne Landschafts Ord Mantells mit ihren Barrackenbauten zerstören würde und man einen baldigen Anstieg des Tourismus erwarte. Leias gedankliche Reaktion darauf, dass Ord Mantells Wüsten sicherlich ein wunderschönes Erholungsgebiet seien, spricht mir dahingehend aus der Seele. Doch trotz allen Wahnsinns, den man dort erleben muss, bleiben beide Seiten immer verständlich. Leia und Co. möchten einen Platz für die Flüchtlinge finden, aber die anderen möchten sich nicht gerade ihre Planeten mit Flüchtlingen vollstopfen lassen.

Derweil trauert Han Solo weiterhin um Chewbacca. Es ist inzwischen vier Romane her, dass sein Wookiee getötet wurde und Han trauert weiter; auf seine Art. Ich spreche mich hiermit nicht gegen Hans Trauer aus. Im Gegenteil befürworte ich sie. Chewbacca war über eine Generation lang Hans Partner und Freund gewesen. Beide gingen durch Dick und Dünn. Dass es Han mitnimmt, dürfte klar sein. Dass es ihn lange beeinflusst, ebenfalls. Hier geht Solos Verhalten sogar so weit, dass er den Millennium Falken als Geisterschiff bezeichnet und lieber mit dem Raumschiff seines alten Kumpels Roa fliegt. Überhaupt stellt der Roman eine wunderbare Psychoanalyse Han Solos dar. Der raubeinige Schmuggler mit dem "Ladykiller"-Blick wird hier als wahrer Mensch gezeigt. Er verschließt sich und kapselt sich von allen ab. Willentlich schließt er sich dem Feldzug Roas gegen die Friedensbrigade an. Kann Han schon nicht die Yuuzhan Vong töten, so kann er sich einem Freund anschließen und die Verräter und Vong-Sympathisanten umbringen, die die Frau des Freundes auf dem Gewissen haben. Dass dabei seine eigene Familie langsam auseinander bricht, bemerkt er fast nicht. Seinem Sohn Anakin hat er immer noch nicht verziehen, dass er Chewbacca hat sterben "lassen" (doch holt er diesm am Romanende nach und entschuldigt sich bei ihm).

Doch Luceno konzentriert sich nicht nur auf Han Solo. Zwei große Handlungsstränge - Han Solos Abenteuer und die Reise der "Verräterin" Elan und ihrer Intima Vergere - werden verfolgt und durch einige Nebenhandlungen aufgelockert. So kämpft Mara weiterhin gegen ihre Krankheit und Leia muss als Botschafterin durch die Neue Republik eilen.
Überhaupt sind diesmal viele Leute von der Partie. Belindi Kalenda und Major Showolter (die man bereits aus der Corellia-Romantrilogie kennt), der Geheimdienstdirektor Dif Scaur, General Etahn A'baht (und mehrere andere Charaktere aus "Die Schwarze Flotte") und weitere Personen werden erwähnt und als wahre Charaktere eingeführt. Man glaubt, dass diese Personen hierher gehören.

Überhaupt treten hier viele gut charakterisierte Figuren auf. Neben dem sympathischen Showolter, der Priesterin Elan und ihrer mysteriösen Intima Vergere ist dies vor allem die Figur des Droma, die es mir angetan hat. Der Ryn wird in diesem und dem nächsten Roman der Agents-of-Chaos-Duologie ganz klar als neuer Chewbacca eingeführt, doch danach leider fallen gelassen, was ich sehr schade finde. Droma mit seiner höflichen und gütigen Art ist der krasse Gegensatz zum ruppigen und zynischen Han Solo. Daher ergänzen sich beide Charaktere hervorragend. Es war mir eine regelrechte Freude, Droma erleben zu dürfen. Doch auch Showolter und Elan bleiben nicht außen vor. Beide Personen werden plastisch und glaubhaft dargestellt.
Lediglich über Vergere erfahren wir wenig, doch liegt dies vermutlich daran, dass der Leser zu jener Zeit nicht mehr über sie erfahren durfte. Immerhin sorgen ihre heilenden Tränen - der Deus ex machina in diesem Roman - für ein "Happy End", da Maras Krankheit nun auf dem Rückzug ist. Doch trotz ihrer mysteriösen Kommentare und ihrer schlussendlich essenziellen Rolle, bleibt ihr Charakter unklar und sie wirkt insgesamt etwas blass. Ein paar mehr Informationen hätte ich mir schon gewünscht.

Ein großer Minuspunkt in der Handlung ist jedoch der Faktor Zufall: "Zufällig" begeben sich Han Solo und Major Showolter, der mit Elan und Vergere heimlich die Überfahrt nach Coruscant macht, auf die Queen of Empire. "Zufällig" fliegt die Queen nach Ord Mantell, wo gerade Leia ihrer Botschafterrolle nachgeht, so dass sich Ehemann und Ehefrau dort treffen. "Zufällig" trifft der schwer verletzte Showolter auf der Suche nach den ihm unbekannten anderen Agenten auf Han und übergibt seine wertvolle Fracht namens Elan. "Zufällig" rennt Han in Droma bzw. in Reck Desh, den er zusammen mit Roa finden wollte. Und "zufällig" findet Han heraus, dass Elan eine Attentäterin ist - sogar eine Stimme in seinem Kopf ist dafür nötig.
Diese vielen Kleinigkeiten schmälern den Lesespaß doch etwas, aber nichtsdestotrotz ist der Roman lesenswert, wenn man über diese kleinen Schwächen hinwegsieht.

Kurzbewertung
Der Roman ist lesenswert. James Luceno liefert eine gute Arbeit ab und schafft einen glaubwürdigen Han Solo. Er klammert sich jedoch nicht an die bekannten Charaktere, sondern führt durchaus interessante und sympathische Nebencharaktere ein, wie etwa Showolter oder auch Droma.

[NJO-Rezension #5] "Star Wars: Das Erbe der Jedi-Ritter 5 - Die letzte Chance"

(München 2003; Verlag: Blanvalet; Autor: James Luceno; Übersetzer: Andreas Helweg; 352 S.; 8,50 €)


Klappentext

Nach einer Reihe verheerender Siege der Alienmacht Yuuzhan Vong sind die Moral und die Kapazitäten der Neuen Republik am Ende.

Leia Organa und Han Solo haben sich auseinandergelebt und sind von einer Versöhnung weit entfernt. Allein Luke Skywalker bemüht sich, die Jedi-Ritter zusammenzuhalten. Als sich einer der Jedi auf eine mutige, aber äußerst leichtsinnige Undercover-Mission einlässt, um das nächste Angriffsziel der Yuuzhan Vong in Erfahrung zu bringen, legen die Aliens eine Spur mit falschen Informationen: Es gelingt ihnen, die Agenten der Neuen Republik in die Irre zu leiten. 

Rezension 

Der Roman stellt die Fortsetzung von "Der Untergang" dar. Han Solo durchfliegt mit Droma immer noch die Galaxis auf der Suche nach Dromas Familie. Währenddessen setzen die Yuuzhan Vong ihre Eroberungen fort und verbünden sich mit den Hutts. Diese schließen einen Separatfrieden mit dem Feind, aber beginnen nun damit, die Neue Republik heimlich zu untersützen. Durch unterlassene Drogenlieferungen in bestimmte Systeme will man die Republik mit Informationen versorgen. Talon Karrde teilt dies Luke Skywalker und seinen Jedi mit und das Militär der Neuen Republik will, mit diesen Informationen ausgestattet, den Yuuzhan Vong eine Falle stellen. Mit der Centerpoint-Station, einem gewaltigen Alienartefakt im Corellia-System will man die Vong aufhalten. Allerdings will man nur die Hyperraum-Dämpfungsfelder der Station nutzen, nicht etwa deren Offensivwaffe, einen Repulsorfeldgenerator. Dass ich diese Humanität dem Militär nicht wirklich zutraue, dürfte klar sein. Auch wenn es das Militär der Guten ist - eine Waffe gegen einen Feind nicht zu verwenden, passt zu den Jedi, aber nicht zu einfachen Soldaten. So zieht sich Luceno auch elegant aus der Affäre, indem Anakin Solo, auf den Centerpoint seit den Geschehnissen während der Corellia-Krise geeicht ist (siehe Corellia-Romantrilogie), den Schuss abgeben soll. Dass er sich dabei auf das Urteil seines Bruders, den Noch-Baumschmuser Jacen, verlässt, der Anakin dringend davon abrät, Centerpoint zu benutzen, kann ich nicht verstehen. Dass Han Solos Vetter Thrackan Sal-Solo (siehe o.g. Trilogie) dann den Abzug selbst drückt, kommt mir fast wie eine Erleichterung vor. Leider werden dabei Dreiviertel der verbündeten hapanischen Streitkräfte und nur die halbe Yuuzhan-Vong-Flotte zerstört. Anakin gesteht danach, dass er die Waffe hätte perfekt abfeuern können, ohne einen einzigen Hapaner zu töten. Die Neue Republik hatte den Gebrauch der Offensivwaffen der reaktivierten Centerpoint-Station zwar nicht gestattet, doch hätte man dort sicherlich eine Ausnahme gemacht. Die Jedi sollen den Frieden zwar hüten, doch sehe ich in dieser Nichteinmischung einen eindeutigen Fehler. Das Angriffsziel der Vong, Fondor, war bedroht und Anakin hätte seine Verbündeten nur verteidigt. Darin sehe ich keinen Widerspruch zum Jedi-Kodex. Nunja, sei's drum.

Wesentlich besser gelungen sind die Szenen Leias, die die Hapaner für den Kampf gegen die Vong gewinnen will. Mehrere Verweise auf den Roman "Entführung nach Dathomir" und eine wunderschöne Beschreibung der arroganten Hapaner runden die Geschehnisse gut ab. Von dem Ehrenduell zwischen Isolder und Arcon Thane hatte ich mir etwas mehr erhofft, doch konnte ich die prachtvolle Größe der beschriebenen Umgebungen geradezu spüren. Und ein gebilligter Faustkampf in einem königlichen Garten ist bereits eine erheiternde Vorstellung, so dass ich die Beschreibung des Kampfes selbst tolerieren kann. Sie war, wie erwähnt, auch nicht schlecht, aber hatte zu wenis Biss und Herz. Luceno hätte mehr rausholen können.
Im Gegensatz zum vorherigen Roman ist diesmal übrigens Leia diejenige mit den Stimmen im Kopf, nicht Han. Mehrere ungenaue Visionen der Schlacht von Fondor lassen sie Schlimmes für die Zukunft ahnen.

Han Solos Part in dieser Geschichte entspricht am ehesten dem eines Fremdkörpers. Seine Abenteuer tragen nichts zum Handlungsverlauf bei. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie mir nicht gefallen hätten. Ich finde es weiterhin bedauerlich, dass Han und Droma lediglich diese beiden Romane als Partner zugebracht hatten, denn die Chemie zwischen beiden funktioniert hervorragend. Doch auch hier gilt wieder das, was ich bereits im Vorgängerroman bemängelt hatte: der glückliche Zufall. Zufällig begegnet Leia einigen Angehörigen aus Dromas Familie. Zufällig begegnet Han auf Ruan, wo Dromas Familie sein soll, einem Droiden, der ihm hilft. Zufällig ist dieser Droide Anführer einer droidischen Protestbewegung, die Han zum bei der Ankunft entführten Droma bringt. Dromas Familie konnte zwischenzeitlich mit gefälschten Papieren entkommen und Droma wurde deswegen festgenommen (weil er auch ein Ryn ist). Zufällig tauchen die Droiden dann auf, um Han und Droma rechtzeitig vor den Bösen retten zu können. Zufällig kennen die Droiden die Koordinaten, zu denen der Frachter mit Dromas Familie aufbrach. Zufällig ist der Planet Fondor.

Fondor selbst stellt allerdings nur ein Aufmarschgebiet für die Neue Republik dar. Deren Militärs wollen die Vong nämlich ins ungeschützte Corellia-System locken, um mit eigenen Flotten den Feind einzukesseln. Die Centerpoint-Station hätte dann dafür gesorgt, dass kein Vong das System mehr verlassen hätte. Aber die Vong bekamen Wind davon und streuten gezielt Desinformationen. Das eigentliche Zielsystem war schon immer Fondor. Und dort treffen schließlich Han und Leia, die Militärs der Republik, die Hapaner und auch ein paar Jedi zusammen. Die Jedi, Kyp Durron und Ganner Rhysode, wurden von Talon Karrde informiert, dass sich Wurth Skidder auf einem Vongschiff befand. Von Kalarba aus verfolgten sie es bis Fondor. Skidder ließ sich im ersten Kapitel, während des Falls von Gyndine, von den Vong festnehmen und wollte mehr über den Feind erfahren. Kyp und Ganner fanden jedoch nur noch den gebrochenen Rest von Wurth vor, der bald starb.
In dieses Gewimmel platzte schließlich in Deus-ex-machina-Manier der Repulsorstrahl von Centerpoint. Doch leider rettete der Strahl nicht unbedingt den Tag. Er vertrieb zwar die Vong, aber fügt den eigenen Streitkräften enormenn Schaden zu. Die Hapaner zogen sich mit einer blutigen Nase und wieder in ihren Sternhaufen zurück. Arrogante Typen.

Neben einigen fragwürdigen Entscheidungen und einer gehörigen Portion Zufall ist der Roman dennoch ganz lesenswert. Die Charakterzeichnungen haben mir gut gefallen. Luceno schafft es, den Handelnden eine Seele zu geben und sie nicht nur als Schablonen mit Namen zu darzustellen. Han und Leias Beziehung ist immer noch nicht gekittet, aber zumindest auf einem Weg der Besserung.

Kurzbewertung

Guter Nachfolger zum ersten Luceno-Roman der Reihe.

Sonntag, 9. Oktober 2011

[Statistik] September 2011

Verzeiht bitte die lange Wartezeit, doch ich habe eine gute Entschuldigung ffür die lange Pause: Im Oktober habe ich mein Studium begonnen. Erstsemester und Germanistik-Student C. zu euren Diensten! 
Einführungsveranstaltungen, Stundenplanerstellung, Eintragungen, auszufüllende Formulare und ein Wust neuer Eindrücke haben dazu geführt, dass ich erst heute die Statistik für den vergangenen Monate abarbeiten kann. Doch zum Thema:

Im vergangenen Monat, September 2011, haben mich insgesamt 474 Voyeure besucht, was eine leichte Steigerung zum Vormonat darstellt. 
Dabei sind die Besucher aus Deutschland sogar um einen Prozentpunkt auf nur noch 69 Prozent abgerutscht. Dafür hat Österreich aufgeholt und mit 13,5 Prozent meiner monatlichen Besucher befindet es sich auf dem zweiten Platz. Die Vereinigten Staaten haben - vermutlich rezessionsbedingt, es kann nicht anders sein! - nur noch einen Anteil von 8,5 Prozent. Die Niederlande sind inzwischen von Russland verdrängt worden. Auf den letzten Plätzen tummeln sich Länder wie Lettland, Italien, das Vereinigte Königreich und - am allerletzten Platz: die Schweiz. Man darf seine neutrale Haltung gern aufgeben und meinen Blog öfter frequentieren. Das stört mich nicht!

Die meisten meiner Voyeure nutzen übrigens das Windows-Betriebssystem (88%). Macintosh hat im Vormonatsvergleich stark aufgeholt, aber liegt mit 6% immer noch weit abgeschlagen. Ein Großteil verwendet als Browser Firefox (46%), dicht gefolgt vom guten alten Internet Explorer (39%).

Zu den Suchergebnissen: Über Google.com haben mich mal wieder die meisten Leute gefunden, dich gefolgt von Facebook. Der Monatssieger bei Verlinkungen zu meiner Seite ist jedoch, wie bereits beim letzten Mal: das alternative soziale Netzwerk Gothise. Man scheint mich dort wirklich zu mögen, kann das sein? Meldet euch mal, ich würde mich freuen!

Abschließend noch ein dickes Hallo und Willkommen an meine neuen Leser, soweit angegeben auch mit ihren Blogs bzw. Websites:

Chrisy

Sonntag, 2. Oktober 2011

[Rezension] "Die Stahlhöhlen"

(München 2003; Verlag Heyne; Autor: Isaac Asimov; Übersetzer: Heinz Nagel; 552 S.; 8,95 €)


Klappentext

DIE STAHLHÖHLEN

Zwei Romane aus Isaac Asimovs legendärem Foundation-Universum.

Die Erde ist hoffnungslos überbevölkert. Die Menschen leben in überkuppelten Ballungsräumen, den „Stahlhöhlen“. Niemand käme mehr auf den Gedanken, sich im Freien aufzuhalten. Im Gegenteil – bei manchem führt der Anblick des offenen Himmels zu Angstzuständen. Anders die „Spacer“, die in den Weltraum aufgebrochen sind. Sie sind es so sehr gewöhnt, auf dünn besiedelten Planeten zu leben, dass ihnen die physische Gegenwart eines anderen Menschen Unbehagen einflößt und allein der Gedanke, Luft einzuatmen, die ein anderer schon in den Lungen hatte, einen Anflug von Ekel auslöst.

Rezension

Dieses Buch enthält zwei Romane von Isaac Asimov: "Die Stahlhöhlen" (1954) und "Die nackte Sonne" (1957). Beide sind inhaltlich miteinander verknüpft und Lije Baley ist der eindeutige Hauptcharakter der Geschichten.

Nun, was kann ich dazu sagen? Die Originalromane stammen aus den 1950ern und vom allmächtigen Asimov selbst - einem der Urväter der modernen Science-Fiction. Das allein sollte schon sagen, dass es gutes Material ist.
Bis auf die üblichen Schwächen, die ich bei Asimov häufiger bemerkte - das Voranstellen der Geschichte vor die eigentlichen Charaktere - kann man hier zwar auch an einigen Stellen erkennen, aber der Charakter Baleys erfährt eine eindeutige und drastische Reife. Die Figur wächst und verändert sich.

Kurzbewertung

SciFi und Krimi - sie können zusammenpassen!

Samstag, 1. Oktober 2011

An die anderen Blogger: Neuer Editor, wie?

Inzwischen hatte ich endlich einmal Zeit, mich mit der neuen Editoroberfläche von Blogger/Blogspot zu beschäftigen. Um ehrlich zu sein ist das ganze Design etwas gewöhnungsbedürftig. Einige neue Features sind nicht schlecht; etwa das Sortieren der Beiträge nach bestimmten Gesichtspunkten, wie Veröffentlicht und Entwurf.

Generell stört mich aber, dass die ganze Optik jetzt eine völlig andere ist - und ich bin mir nicht sicher, ob es eine bessere ist als vorher. Mir gefiel das alte Design eigentlich ganz gut. Da hab ich mich regelrecht heimisch gefühlt. Diese neue Umgebung, diese veränderte Oberfläche wirkt auf mich irgendwie kälter und abweisender.

Doch was meint Ihr dazu? Hinterlasst mir einen Kommentar mit eurer Meinung. Folgend ein Bildschirmdruck dieses Artikels zur Veranschaulichung: